Der NC entscheidet über den Studienstart — aber er ist kein unüberwindbares Hindernis. Hier erfährst du, wie er berechnet wird, was er für dich bedeutet und welche Alternativen du hast.
Der Numerus Clausus (lat. „begrenzte Zahl") entsteht, wenn mehr Bewerber als Studienplätze vorhanden sind. Hochschulen vergeben Plätze dann nach Punktzahl — die Note des letzten Zugelassenen wird rückwirkend als „NC" veröffentlicht.
Der NC ist kein vorab festgelegter Grenzwert, sondern das Ergebnis des Wettbewerbs. Bewirbt du dich an einer weniger überfüllten Hochschule für denselben Studiengang, kann der NC deutlich niedriger oder sogar gar nicht vorhanden sein.
Wichtig: Rund 60 % aller Studiengänge in Deutschland sind NC-frei. Der NC betrifft hauptsächlich Medizin, Psychologie, Jura an Top-Hochschulen und populäre BWL-Programme.
Grobe Einschätzung — NC variiert stark je Hochschule und Semester
Übersicht über typische NC-Situationen je Fachbereich — Werte variieren je nach Hochschule und Semester.
Werte sind Richtwerte aus den letzten Zulassungsrunden. Der NC wird jedes Semester neu berechnet und variiert je nach Hochschule und Standort erheblich.
Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen werden die Plätze nach gesetzlich geregelten Quoten vergeben:
Vorabquoten gelten u.a. für Ausländer, Zweitstudium, Härtefälle und bestimmte Berufsgruppen. Hochschulen können die Quoten innerhalb gesetzlicher Grenzen anpassen.
Zum vollständigen Bewerbungs-Guide →Es gibt mehr Wege zum Studium als du denkst.
Gib deine Abiturnote und dein Wunschfach ein — der Rechner schätzt, wie viele Wartesemester du brauchst und was du in der Zeit tun kannst.
Schätzwert basierend auf historischen Zulassungswerten. Aktuelle NC-Grenzen unter hochschulstart.de prüfen.
In kleineren oder ostdeutschen Universitätsstädten sind viele Studiengänge NC-frei oder haben deutlich niedrigere Grenzwerte — bei gleichwertigen Abschlüssen. Ein Ortswechsel kann der einfachste Weg zum Studienplatz sein.
Über 300 Hochschulen durchsuchen und nach Studienbereich, Bundesland, Typ und NC-Situation filtern.
NC und späteres Gehalt hängen nicht immer zusammen. Viele gefragte Berufe haben NC-freie Studiengänge — und umgekehrt.
| Studienbereich | Typischer NC | Einstiegsgehalt (Median) | Senior-Gehalt |
|---|---|---|---|
| Medizin | 1,0–1,3 | ca. 55.000–65.000 € | 80.000–200.000 € (Facharzt) |
| Informatik & IT | meist NC-frei | 50.000–65.000 € | 75.000–120.000 € |
| Wirtschaft / BWL | 1,4–2,5 (je Standort) | 38.000–48.000 € | 60.000–100.000 € |
| Ingenieurwesen | meist NC-frei | 44.000–55.000 € | 65.000–95.000 € |
| Psychologie | 1,1–1,8 | 30.000–40.000 € | 45.000–70.000 € (approbiert) |
| Jura / Recht | NC-frei–1,9 | 40.000–55.000 € (Referendariat beendet) | 70.000–200.000 € (Anwalt/Partner) |
| Lehramt | NC-frei–1,8 | 40.000–50.000 € (Verbeamtung) | 55.000–72.000 € (A13–A15) |
| Soziale Arbeit | meist NC-frei | 28.000–36.000 € | 38.000–50.000 € |
Quelle: Stepstone Gehaltsreport, BA-Entgeltatlas. Bruttogehalt/Jahr (Vollzeit, Deutschland). Starke Schwankungen je nach Region, Arbeitgeber und Spezialisierung.
Technische Universität Braunschweig — offizielle Erklärung des Numerus Clausus und Zulassungsverfahrens
Alles was du für den Studienstart brauchst
Leuphana Universität Lüneburg · 3 Min
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Karim Marhaba · 5 Min
Der Numerus Clausus – kurz NC – ist keine feste Zulassungsschranke, die ein Kultusministerium einmal festlegt und dann unveränderlich bleibt. Er ist das Ergebnis eines einfachen Missverhältnisses: Bewerben sich mehr Menschen auf einen Studiengang, als Plätze vorhanden sind, entscheidet am Ende die Abschlussnote darüber, wer zugelassen wird. Der NC ergibt sich also dynamisch aus Angebot und Nachfrage – jedes Semester neu. Wer heute eine alte NC-Liste ansieht, sieht lediglich, wo die Grenze beim letzten Vergabeverfahren gezogen wurde. Eine Garantie für das nächste Semester ist das nicht.
Konkret bedeutet das: Wenn eine Hochschule im Sommersemester 80 Studienplätze im Fach Betriebswirtschaftslehre anbietet und sich 400 Personen bewerben, werden die besten 80 Bewerber – geordnet nach Abinote und weiteren Kriterien – zugelassen. Der NC ist dann der Notendurchschnitt des letzten noch zugelassenen Bewerbers. War das eine 2,4, gilt 2,4 als NC dieses Semesters. Im nächsten Semester kann dieser Wert deutlich abweichen, je nachdem ob mehr oder weniger Abiturienten mit gutem Schnitt diesen Studiengang wählen.
Typische NC-Werte bewegen sich je nach Fach und Hochschule zwischen 1,0 und etwa 3,5. Besonders hart umkämpft sind Medizin, Psychologie, Pharmazie und Jura an renommierten Universitäten. Weniger nachgefragte Studiengänge oder Hochschulen in strukturschwachen Regionen haben oft deutlich entspanntere Zulassungsgrenzen oder gar keine NC-Beschränkung.
Die Abschlussnote, die am Ende auf dem Abiturzeugnis steht, ist keine einfache Addition deiner Schulnoten. Sie ergibt sich aus einem Punktesystem, das zwei Phasen zusammenfasst: die Qualifikationsphase (die letzten beiden Schuljahre vor dem Abitur) und die eigentlichen Abiturprüfungen.
In der Qualifikationsphase bringst du in verschiedenen Kursen Leistungen ein – Pflichtfächer, Leistungskurse und weitere Einbringungsfächer. Jeder Kurs wird mit Punkten von 0 bis 15 bewertet. Die Summe aller eingebrachten Kurspunkte ergibt zusammen mit den Prüfungsergebnissen eine Gesamtpunktzahl. Diese Zahl wird dann nach einer einheitlichen Formel in eine Durchschnittsnote zwischen 1,0 (beste Note) und 4,0 (ausreichend) umgerechnet.
Wichtig dabei: Nicht jeder Kurs zählt gleich. Leistungskurse werden in der Regel doppelt gewichtet. Außerdem gibt es je nach Bundesland Unterschiede bei den Einbringungsregelungen – wie viele Kurse du einbringen musst, welche Pflichtfächer dabei sein müssen und wie die Prüfungsergebnisse ins Verhältnis zur Kursphase gesetzt werden.
Hochschulen schauen zudem nicht immer nur auf die Gesamtnote. Gerade für naturwissenschaftlich-medizinische Studiengänge spielen Einzelfachnoten eine Rolle. Wer sich für Medizin oder Biologie bewirbt, sollte also nicht nur seinen Gesamtschnitt im Blick haben, sondern auch, wie gut er in Biologie und Chemie abgeschnitten hat.
Für bestimmte Studiengänge läuft die Platzvergabe nicht direkt über die einzelne Hochschule, sondern über eine zentrale Stelle: die Stiftung für Hochschulzulassung, erreichbar unter hochschulstart.de. Diese Koordinierungsstelle verwaltet bundesweit die Zulassung für die klassischen Engpassfächer Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie.
Das Verfahren bei hochschulstart ist dreigeteilt. Die verfügbaren Studienplätze werden auf drei Quoten aufgeteilt, die unterschiedliche Wege zur Zulassung eröffnen:
Diese Dreiteilung macht das zentrale Verfahren für viele Bewerber berechenbarer: Wer keinen sehr guten Abischnitt hat, kann durch gezieltes Warten auf einen Platz hinarbeiten. Allerdings ist Warten keine Strategie, die für alle Fächer und alle Lebenssituationen passt.
Die folgende Tabelle zeigt repräsentative NC-Orientierungswerte für ausgewählte Studiengänge. Diese Werte basieren auf historischen Vergabedaten und schwanken je nach Semester, Hochschule und Bewerberlage. Sie dienen ausschließlich der Orientierung.
| Studiengang | Hochschultyp | NC-Orientierungswert | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Humanmedizin | Universität | 1,0 – 1,4 | zentral über hochschulstart, TMS möglich |
| Psychologie | Universität | 1,2 – 1,8 | lokale Vergabe, oft Eignungstest |
| Betriebswirtschaftslehre | Universität | 1,8 – 2,8 | stark standortabhängig |
| Betriebswirtschaftslehre | FH/HAW | 2,2 – 3,2 | oft praxisorientiertes Auswahlverfahren |
| Informatik | Universität | 2,0 – 3,5 | an vielen Standorten zulassungsfrei |
| Pharmazie | Universität | 1,3 – 2,0 | zentral über hochschulstart |
| Soziale Arbeit | FH/HAW | 2,0 – 3,0 | Motivationsschreiben häufig verlangt |
| Lehramt Grundschule | Universität/PH | 2,0 – 3,5 | Eignungspraktikum teils Pflicht |
Es fällt auf, dass Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in der Regel niedrigere NC-Anforderungen haben als klassische Universitäten – und dass viele Informatikstudiengänge inzwischen ohne NC-Beschränkung zugänglich sind. Wer flexibel beim Studienort oder Hochschultyp ist, hat deutlich mehr Optionen.
Eine Studiumsbewerbung besteht aus mehreren Einzelschritten, die je nach Studiengang und Hochschule unterschiedlich ablaufen. Die folgende Checkliste gibt einen Überblick über den typischen Ablauf für zulassungsbeschränkte Studiengänge:
Neben dem Bewerbungsprozess solltest du dich frühzeitig auch mit der Finanzierung deines Studiums beschäftigen. Informiere dich über BAföG und weitere Möglichkeiten der Studienfinanzierung →, damit du weißt, welche Unterstützung dir zusteht.
Ein Abiturschnitt, der nicht für den Wunschstudiengang reicht, ist kein Endurteil. Es gibt eine Reihe konkreter Strategien, die tatsächlich funktionieren – wenn man sie realistisch bewertet und rechtzeitig plant.
Wartesemester: Für das Medizinstudium ist die Wartezeitquote mit 60 Prozent der Plätze die größte Einzelquote. Wer bereit ist, mehrere Semester zu warten, kann über diesen Weg auch mit einem Abiturschnitt von 2,5 oder schlechter zugelassen werden – allerdings dauert das Warten für Medizin an manchen Standorten sechs oder mehr Semester. Sinnvoll ist es, die Wartezeit aktiv zu nutzen: Berufsausbildung, Freiwilligendienst oder erste Studienleistungen in einem verwandten Fach können das Profil stärken.
Landarztquote: Seit einigen Jahren gibt es in mehreren Bundesländern eine gesonderte Quote für Bewerber, die sich verpflichten, nach dem Studium für einen bestimmten Zeitraum als Landarzt tätig zu sein. Die Zulassung über diese Quote ist auch mit einem schlechteren NC möglich. Die Verpflichtung ist verbindlich – wer sie nicht erfüllt, muss in der Regel Vertragsstrafen zahlen.
Test für Medizinische Studiengänge (TMS): Der TMS ist ein bundesweiter Eignungstest für das Medizinstudium. Ein gutes Testergebnis kann die Abinote teilweise ausgleichen, weil viele Hochschulen den TMS in ihrer eigenen Auswahlquote berücksichtigen. Der Test kostet eine Teilnahmegebühr und erfordert gezielte Vorbereitung.
Hochschulen mit eigenem Auswahlverfahren: Viele Fachhochschulen und auch einige Universitäten führen neben der Notenbewertung eigene Auswahlgespräche, Eignungstests oder Portfolioprüfungen durch. Wer in diesen Verfahren überzeugend ist, kann trotz mittelmäßigem Abischnitt zugelassen werden. Es lohnt sich, gezielt nach Hochschulen zu suchen, die solche Verfahren einsetzen.
Studium im Ausland: Ein Studienanfang in Österreich, den Niederlanden oder Ungarn ist eine realistische Option für Fächer mit sehr hartem NC, insbesondere Medizin. In Österreich gibt es für Humanmedizin zwar einen eigenen Aufnahmetest, der NC spielt jedoch keine Rolle. Nach bestandenem Test und abgeschlossenem Studienabschnitt ist ein Wechsel an eine deutsche Universität unter Umständen möglich. Ein Auslandssemester → kann außerdem deinen Horizont erweitern und dein Profil für spätere Bewerbungen stärken.
Verwandte Studiengänge wählen: Wer Medizin nicht bekommt, könnte zunächst Biologie, Biochemie oder Pflegewissenschaften studieren und sich später über einen Master oder ein Zweitstudium neu orientieren. Dieser Umweg ist nicht für jeden das Richtige, öffnet aber Türen, die sonst verschlossen bleiben.
Das Thema NC wird häufig isoliert betrachtet – als wäre die Zulassung das einzige, was zählt. Dabei ist der Studienalltag nach der Zulassung mindestens genauso entscheidend. Wer einen hart erkämpften Studienplatz hat, steht vor der Frage, wie er das Studium erfolgreich gestaltet.
Dabei spielen heute auch digitale Werkzeuge eine immer größere Rolle. KI im Studium → ist kein Zukunftsthema mehr – viele Studierende nutzen KI-gestützte Tools bereits für die Literaturrecherche, das Strukturieren von Hausarbeiten oder das Üben für Prüfungen. Wer diese Möglichkeiten kennt und verantwortungsvoll einsetzt, kann sein Studium effizienter gestalten.
Auch die finanzielle Seite sollte nicht vergessen werden. Neben BAföG und Stipendien gibt es zahlreiche Vergünstigungen, die das Studierendenleben spürbar günstiger machen. Ein Überblick über Studentenrabatte → zeigt, wo du als Studierende oder Studierender bares Geld sparen kannst – bei Software, Mobilität, Kultur und mehr.
Der NC ist also nur der erste Schritt auf einem längeren Weg. Er entscheidet über den Einstieg, aber nicht über den Erfolg. Wer realistisch plant, die richtigen Informationen nutzt und die vorhandenen Alternativen kennt, hat gute Chancen – unabhängig davon, ob der Abischnitt bei 1,2 oder 2,8 liegt.
Rund um den NC halten sich einige Missverständnisse hartnäckig, die zu falschen Entscheidungen führen können.
„Der NC ist festgelegt und gilt immer" – Das stimmt nicht. Der NC ergibt sich erst nach dem Bewerbungsverfahren aus der Notenlage der Bewerber. Vorher ist er eine Schätzung auf Basis vergangener Daten. Eine Hochschule, die letztes Semester einen NC von 2,0 hatte, kann dieses Semester bei 1,8 oder 2,3 liegen.
„Wer den NC nicht erreicht, kann diesen Studiengang gar nicht studieren" – Auch das stimmt nicht. Über Wartezeitquoten, eigene Auswahlverfahren, Hochschulen ohne NC oder den Weg über das Ausland gibt es mehrere Zugangswege. Der NC einer bestimmten Hochschule schließt eine andere nicht aus.
„Bundesweit gibt es nur einen NC pro Studiengang" – Falsch. Jede Hochschule hat ihren eigenen NC. Medizin in Hamburg kann einen anderen NC haben als Medizin in Greifswald. Wer flexibel beim Studienort ist, erweitert seine Chancen erheblich.
„Mit einem schlechten NC ist ein Hochschulstudium generell kaum möglich" – Das stimmt nicht. Die Mehrzahl der Studiengänge in Deutschland ist nicht zulassungsbeschränkt. Wer bereit ist, sich vom Wunschstudiengang oder der Wunschhochschule zu lösen, findet in der Regel Zugang zum Hochschulsystem.
Das Wichtigste ist: Informiere dich frühzeitig, vergleiche mehrere Hochschulen und nutze die offiziellen Datenbanken wie hochschulstart.de und die Hochschulkompass-Datenbank der Hochschulrektorenkonferenz. Auf Basis dieser Informationen lässt sich eine fundierte Entscheidung treffen – ohne Panik und ohne falsche Erwartungen.