Aufbau, Einleitung, Zitation, Gliederungsvorlage und die häufigsten Fehler — alles was du für eine gute Hausarbeit brauchst. Für Proseminar bis Oberseminar.
"Ich versichere, diese Arbeit selbstständig verfasst zu haben." + Unterschrift + KI-Nutzungserklärung (viele Hochschulen fordern das seit 2024)
1 Seite (Pflicht)
Formale Vorgaben — Typisch
SchriftTimes New Roman 12pt oder Arial 11pt
Zeilenabstand1,5-fach Haupttext, 1-fach Fußnoten
Ränder2,5 cm links, 2 cm rechts, 2 cm oben/unten
AbsätzeBlocksatz + Silbentrennung
SeitenzahlenArabisch ab Einleitung, Mitte oder rechts
Fußnoten10pt, einzeilig
* Immer das Seminarmerkblatt prüfen!
Hausarbeit ≠ Bachelorarbeit
Die Hausarbeit ist kürzer und erfordert keine eigene Erhebung. Trotzdem: Eigene Argumentation und kritisches Denken werden erwartet — kein reines Zusammenfassen.
3 Angaben → konkrete Gliederungsvorlage als Startpunkt.
Schritt für Schritt zur Hausarbeit
1
1
Thema eingrenzen
Aus dem Seminarthema ein konkretes, begrenztes Thema ableiten. Frage: Kann ich das in X Seiten beantworten? Wenn nein — weiter eingrenzen.
2
2
❓
Forschungsfrage formulieren
Eine klare Frage oder These als Leitfaden. Alles in der Arbeit muss auf sie einzahlen. Schreibe sie auf einen Zettel und hänge ihn vor dich. → Forschungsfragen formulieren
3
3
Literatur recherchieren
Google Scholar, Datenbanken (JSTOR, EBSCO, DBIS), Uni-Bibliothek. 15–30 Quellen für 15–20 Seiten. Sofort in Zotero/Citavi einpflegen. → Literaturrecherche-Guide
4
4
🗂️
Gliederung erstellen
Vorläufige Gliederung aus dem Tool oben ableiten und anpassen. Mit Seminarleiter abstimmen — spart Überraschungen.
5
5
✍️
Schreiben — Hauptteil zuerst
Nicht chronologisch schreiben. Beginne mit dem Kapitel, zu dem du am meisten weißt. Einleitung zuletzt. Feste Schreibzeiten > Inspiration abwarten. → Schreibroutine aufbauen
6
6
Überarbeiten & zitieren
Erst Inhalt, dann Rechtschreibung, dann Zitation prüfen. Nicht alles auf einmal. Frische Augen nach 24h Pause.
7
7
👁️
Korrektorat
Jemand anderen lesen lassen. Eigene Fehler sieht man nicht mehr. Mindestens 2 Tage vor Abgabe.
8
8
📤
Abgabe
Format prüfen (PDF?), Eidesstattliche Erklärung unterschreiben, rechtzeitig abgeben.
Die 7 häufigsten Fehler in Hausarbeiten
Nur zusammenfassen, nicht argumentieren
Eine Hausarbeit ist keine Zusammenfassung der Literatur. Deine eigene Argumentation muss sichtbar sein.
Thema zu breit gewählt
"Soziale Medien und Gesellschaft" in 15 Seiten = oberflächlich. "Instagram und Selbstbild bei 16–18-Jährigen" = bearbeitbar.
Einleitung zuerst geschrieben
Die Einleitung muss zu dem passen, was in der Arbeit steht. Schreibe sie zuletzt.
Zitation vergessen oder inkonsistent
Fehlende Quellenangaben = Plagiat, auch wenn unbeabsichtigt. Zotero von Anfang an nutzen. → Zitierstile im Detail
Literaturverzeichnis unvollständig
Jede im Text zitierte Quelle muss im Verzeichnis stehen — und umgekehrt kein Eintrag der nicht im Text vorkommt. → Literaturverzeichnis korrekt führen
Zu früh beginnen mit Schreiben
Erst Gliederung und Literatur, dann schreiben. Wer sofort losschreibt, fängt oft von vorne an. → Lernmethoden & Schreibplan
Fazit als zweiter Hauptteil
Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage — es bringt kein neues Material. Kurz, präzise, klar.
Hausarbeit Gliederung — der Leitfaden für eine starke Struktur
shribe! — Studium-Tipps für Hausarbeiten und Abschlussarbeiten
Häufige Fragen zur Hausarbeit
Das hängt vom Umfang der Arbeit ab. Bei einer zehnseitigen Seminararbeit sind vier bis sechs Hauptgliederungspunkte im Hauptteil üblich. Mehr Unterpunkte zu erzwingen, als der Inhalt hergibt, führt zu künstlicher Zerstückelung. Grundregel: Wer einen Punkt unterteilt, braucht mindestens zwei Unterpunkte. Nie einen einzelnen Unterpunkt stehen lassen.
Eine vollständige Einleitung enthält: thematische Hinführung, Begründung der Relevanz des Themas, die explizite Forschungsfrage, Abgrenzung des Themas (was nicht behandelt wird), einen kurzen Überblick über den Forschungsstand sowie einen Überblick über die Kapitelstruktur der Arbeit. Die Einleitung sollte erst nach dem Hauptteil endgültig formuliert werden.
Es gibt keinen universell richtigen Zitierstil. Welches Format gilt, hängt vom Fach, vom Institut und von der jeweiligen Lehrperson ab. Gängige Stile im deutschsprachigen Raum sind das deutsche Fußnotensystem, APA, Chicago und Harvard. Die Formatierungsvorgaben des Seminars oder das Merkblatt des Instituts geben verbindliche Auskunft. Im Zweifel direkt nachfragen.
Ins Literaturverzeichnis gehören ausschließlich Quellen, die im Text tatsächlich zitiert oder direkt referenziert wurden. Literatur, die Sie gelesen, aber nicht verwendet haben, wird nicht aufgeführt. Alle verwendeten Quellen – egal ob Buch, Zeitschriftenartikel oder Webseite – müssen im Verzeichnis stehen. Internetquellen brauchen zusätzlich ein Zugriffsdatum.
Als Richtwert gilt: etwa eine Stunde pro fertiger Seite Fließtext, plus Recherche, Gliederungsarbeit und Überarbeitung. Für eine zehnseitige Hausarbeit sollten Sie realistisch drei bis vier Wochen einplanen, wenn Sie nicht täglich Vollzeit daran arbeiten. Wer frühzeitig beginnt und strukturiert vorgeht, hat deutlich weniger Stress vor der Abgabe.
Das hängt von den Regelungen Ihrer Hochschule und des jeweiligen Seminars ab. Viele Hochschulen haben inzwischen explizite Richtlinien zum Umgang mit KI in wissenschaftlichen Arbeiten erlassen. Grundsätzlich gilt: Die eigenständige wissenschaftliche Leistung muss von Ihnen stammen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zu KI im Studium →.
Nein – der Schluss einer Hausarbeit enthält keine neuen Informationen oder Quellen, die im Hauptteil nicht vorgekommen sind. Er fasst die zentralen Befunde zusammen, beantwortet die in der Einleitung gestellte Forschungsfrage explizit und kann optional einen Ausblick auf weiterführende Fragen geben. Wer im Schluss neue Gedanken einführt, hat diese besser in den Hauptteil integriert.
Eine Hausarbeit zu schreiben gehört zum Studienalltag wie Vorlesungen und Prüfungen. Dennoch stehen viele Studierende immer wieder vor denselben Fragen: Wie baue ich die Gliederung auf? Was gehört in die Einleitung? Wie formatiere ich das Literaturverzeichnis korrekt? Dieser Artikel beantwortet diese Fragen strukturiert und praxisnah – von der ersten Gliederungsidee bis zur fertigen Abgabe.
Wer seine Hausarbeit systematisch angeht, spart nicht nur Zeit, sondern erzielt auch bessere Ergebnisse. Der häufigste Fehler: Studierende fangen einfach an zu schreiben, ohne vorher eine solide Struktur entwickelt zu haben. Das rächt sich spätestens beim dritten Überarbeitungsdurchgang.
Gliederung: Das Fundament jeder Hausarbeit
Die Gliederung ist nicht bloß ein formales Beiwerk – sie ist das Skelett Ihrer Arbeit. Eine gute Gliederung zeigt dem Leser sofort, welche Argumentation Sie verfolgen, und hilft Ihnen selbst dabei, den roten Faden nicht zu verlieren. Bevor Sie auch nur einen einzigen Satz des Fließtexts schreiben, sollte die Gliederung stehen.
Grundsätzlich besteht jede wissenschaftliche Hausarbeit aus drei großen Teilen: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Diese Dreiteilung ist verbindlich – was variiert, ist die interne Untergliederung des Hauptteils. Dabei gilt die Faustregel: Wenn Sie einen Gliederungspunkt unterteilen, müssen mindestens zwei Unterpunkte entstehen. Ein einzelner Unterpunkt (etwa 2.1 ohne ein 2.2) ist logisch widersprüchlich und wird von Prüfenden entsprechend bewertet.
Die Nummerierung folgt in den meisten Fächern dem dekadischen System: 1, 1.1, 1.1.1 usw. Mehr als drei Gliederungsebenen sind bei einer Seminararbeit im Normalfall nicht sinnvoll. Die Tiefe der Gliederung sollte sich an der Seitenzahl der Arbeit orientieren: Bei zehn Seiten reichen in der Regel vier bis sechs Hauptgliederungspunkte vollständig aus.
Ein häufiger Fehler bei der Gliederung ist die fehlende Balance zwischen den Abschnitten. Wenn ein Unterpunkt zwölf Seiten füllt und ein anderer nur eine halbe, stimmt das inhaltliche Verhältnis nicht. Überprüfen Sie deshalb nach dem Schreiben, ob die Gewichtung Ihrer Abschnitte der tatsächlichen Bedeutung der jeweiligen Inhalte entspricht. Die Einleitung und der Schluss umfassen zusammen typischerweise zehn bis fünfzehn Prozent des Gesamtumfangs – beim Hauptteil liegt alles dazwischen.
Beim Aufbau des Hauptteils bewährt sich ein thematischer oder chronologischer Aufbau, je nach Fragestellung. Wer eine These entwickelt, strukturiert die Kapitel häufig argumentativ: zuerst die Grundlagen, dann die Analyse, dann die kritische Diskussion. Wer verschiedene Positionen vergleicht, arbeitet oft mit einem komparativen Aufbau, bei dem die Vergleichskategorien die Kapitelstruktur vorgeben.
Thema eingrenzen und Forschungsfrage formulieren
Vor der Gliederung steht die Forschungsfrage – und diese wird von Studierenden chronisch unterschätzt. Eine Hausarbeit, die kein klares Erkenntnisinteresse formuliert, verliert sich im Stoff. Die Forschungsfrage ist der Kompass der gesamten Arbeit: Jeder Abschnitt, jedes Argument muss sich auf sie zurückführen lassen.
Eine gute Forschungsfrage ist weder zu eng noch zu weit. „Welche Auswirkungen hat Klimawandel auf die Gesellschaft?" ist für eine zehnseitige Hausarbeit viel zu breit. „Wie beeinflusst die Zunahme von Starkregenereignissen die kommunale Infrastrukturplanung in deutschen Mittelstädten seit der Einführung der EU-Wasserrahmenrichtlinie?" ist präzise, bearbeitbar und lässt eine klare Argumentation zu.
Die Eingrenzung des Themas ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von wissenschaftlicher Reife. Ein fokussiertes Thema lässt sich in der verfügbaren Seitenanzahl tief durchdringen – ein breites Thema bleibt zwangsläufig an der Oberfläche. Diskutieren Sie die geplante Forschungsfrage frühzeitig mit Ihrer Betreuungsperson, bevor Sie in die intensive Literaturrecherche einsteigen.
Wenn Sie die Forschungsfrage stehen haben, lassen sich daraus die Hauptkapitel fast automatisch ableiten. Jedes Kapitel beantwortet einen Teilaspekt der übergeordneten Frage. Das erleichtert nicht nur das Schreiben, sondern auch die spätere Überarbeitung: Sie können für jeden Abschnitt prüfen, ob er zur Beantwortung der Forschungsfrage beiträgt – wenn nicht, gehört er gestrichen oder umgeschrieben.
Die Einleitung: Aufbau und häufige Fehler
Die Einleitung ist der erste Eindruck Ihrer Arbeit und damit entscheidend für die Lesemotivation. Sie erfüllt mehrere klar definierte Funktionen: Sie führt in das Thema ein, begründet die Relevanz der Forschungsfrage, grenzt das Thema ab, skizziert den Forschungsstand und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
Ein klassischer Aufbau der Einleitung folgt dem Trichtermodell: von der allgemeinen thematischen Einbettung zur konkreten Fragestellung. Der erste Absatz macht das Thema greifbar, der zweite zeigt das Erkenntnisinteresse und die Relevanz, der dritte formuliert die Forschungsfrage explizit. Dann folgen Abgrenzungen (was wird nicht behandelt und warum?), ein kurzer Überblick über den Forschungsstand sowie ein Überblick über die Kapitelstruktur.
Der Forschungsstand in der Einleitung ist kein vollständiger Literaturüberblick – das würde den Rahmen sprengen. Sie zeigen stattdessen, dass Sie die einschlägigen Debatten kennen, und positionieren Ihre Arbeit darin. Welche zentralen Positionen gibt es? Wo liegt eine Forschungslücke, die Ihre Arbeit adressiert?
Die Kapitelvorschau am Ende der Einleitung – häufig als „Fahrplan" bezeichnet – ist in vielen Fächern erwünscht, in manchen optional. Schreiben Sie diese Vorschau konkret und informativ: „Im zweiten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des sozialen Konstruktivismus erläutert" sagt mehr als „Im zweiten Kapitel folgt die Theorie".
Wichtig: Die Einleitung sollte zuletzt überarbeitet werden, auch wenn sie als erstes gelesen wird. Erst wenn die gesamte Arbeit fertig ist, wissen Sie genau, was Sie einleiten. Viele Studierende schreiben die Einleitung zweimal: einmal als Orientierungshilfe für sich selbst zu Beginn, und einmal als echte Einleitung am Ende des Schreibprozesses.
Hauptteil und Schluss: Argumentation und Fazit
Der Hauptteil trägt die eigentliche wissenschaftliche Last der Arbeit. Hier entwickeln Sie Ihre Argumentation, analysieren Quellen und Daten, stellen Positionen gegenüber und begründen Ihre Einschätzungen. Der häufigste Fehler im Hauptteil: reine Wiedergabe von Literatur ohne eigene analytische Durchdringung. Eine Hausarbeit ist kein Referat über das Gelesene, sondern eine eigenständige Auseinandersetzung mit einer Frage.
Jeder Absatz im Hauptteil sollte einem klaren Gedanken folgen. Eine bewährte Struktur: These am Anfang des Absatzes, Belege und Ausführung in der Mitte, Überleitung oder Zwischenfazit am Ende. Übergänge zwischen Kapiteln sind kein optionaler Schmuck – sie sind notwendig, damit die Lesenden der Argumentation folgen können.
Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage explizit. Neue Informationen oder Quellen, die im Hauptteil nicht vorkamen, haben im Schluss nichts zu suchen. Ein guter Schluss besteht aus drei Elementen: Zusammenfassung der zentralen Befunde, Antwort auf die Forschungsfrage und – optional, aber wertvoll – ein Ausblick auf offene Fragen oder weiterführende Forschungsperspektiven.
Zitieren und Belegen: Regeln und Zitierstile
Korrekt zu zitieren ist keine Formalität, sondern wissenschaftliche Grundanforderung. Jede übernommene Idee, jede paraphrasierte Aussage, jedes direkte Zitat muss belegt werden. Verstöße dagegen gelten als Plagiat – mit entsprechenden akademischen Konsequenzen.
Die gängigsten Zitierstile im deutschsprachigen Hochschulbereich sind das Deutsche Zitierformat mit Fußnoten, das APA-Format (Autor-Jahr in Klammern) und das Chicago-Format. Welcher Stil gilt, hängt vom Fach und von den Vorgaben des Seminars ab. Fragen Sie im Zweifel explizit nach.
Vergleich der häufigsten Zitierstile
Zitierstil
Typische Fächer
Belegform im Text
Besonderheit
Deutsches Fußnotensystem
Geschichte, Jura, Geisteswissenschaften
Hochgestellte Ziffer → Fußnote
Ausführliche Erstbelege, Kurzbelege danach
APA (American Psychological Association)
Psychologie, Sozialwissenschaften, Pädagogik
(Autor, Jahr, S. X)
Aktualität der Quellen besonders gewichtet
Chicago / Turabian
Amerikanistik, Kulturwissenschaften
Fußnote oder Autor-Datum
Zwei Varianten (Notes-Bibliography / Author-Date)
Harvard
Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften
(Autor Jahr: Seite)
Keine Fußnoten, kompaktes Literaturverzeichnis
MLA (Modern Language Association)
Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft
(Autor Seite)
Kein Erscheinungsjahr im Kurzbeleg
Direkte Zitate werden wörtlich übernommen und in Anführungszeichen gesetzt. Paraphrasen geben den Sinn einer Quelle in eigenen Worten wieder – sie sind kein Freifahrtschein, den Beleg wegzulassen. Auch eine Paraphrase braucht einen vollständigen Quellennachweis. Sekundärzitate (zitiert nach) sollten die Ausnahme sein: Beschaffen Sie nach Möglichkeit immer das Originalwerk.
Wer viele Quellen verwaltet, sollte frühzeitig auf ein Literaturverwaltungsprogramm setzen. Citavi (für Windows), Zotero (kostenlos, plattformübergreifend) und Mendeley sind die am weitesten verbreiteten Tools. Sie erleichtern das Erstellen von Belegen und Literaturverzeichnissen erheblich und reduzieren Formatierungsfehler auf ein Minimum. Übrigens: Informationen zu KI im Studium zeigen, welche weiteren digitalen Werkzeuge den Schreibprozess heute unterstützen können.
Das Literaturverzeichnis: Format und häufige Fehler
Das Literaturverzeichnis listet alle Quellen, die im Text zitiert oder referenziert wurden – nicht mehr und nicht weniger. Quellen, die Sie gelesen, aber nicht verwendet haben, gehören nicht ins Verzeichnis. Quellen, die Sie verwendet haben, aber vergessen haben aufzulisten, sind ein formaler Fehler.
Die Sortierung erfolgt in aller Regel alphabetisch nach Nachname des Erstautors. Bei mehreren Werken desselben Autors wird chronologisch sortiert. Das Format eines Eintrags hängt vom Quellentyp ab: Monografien, Sammelbandbeiträge, Zeitschriftenartikel, Internetquellen und Gesetzestexte haben jeweils spezifische Angabepflichten.
Ein typischer Eintrag für eine Monografie im deutschen Fußnotensystem sieht so aus: Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, Auflage, Erscheinungsort: Verlag, Jahr. Für Sammelbandbeiträge kommt der Herausgebervermerk (Hrsg.) und die genaue Seitenzahl des Beitrags hinzu. Internetquellen müssen immer das Zugriffsdatum enthalten, da Webseiten sich verändern oder gelöscht werden können.
Besondere Sorgfalt ist bei der Konsistenz geboten: Wenn Sie in einem Eintrag den Vornamen ausschreiben, tun Sie das überall. Wenn Sie Verlagsorte mit Doppelpunkt abtrennen, gilt das für alle Einträge. Inkonsistenz im Literaturverzeichnis fällt auf und wirkt unprofessionell.
Schritt-für-Schritt: Hausarbeit von der Planung bis zur Abgabe
Der gesamte Prozess einer Hausarbeit lässt sich in klar abgegrenzte Phasen einteilen. Wer diese Phasen kennt und zeitlich einplant, vermeidet Panik in der letzten Woche vor der Abgabe. Als grobe Faustregel gilt: Planen Sie für jede Seite fertigen Text etwa eine Stunde reiner Schreibzeit ein – zuzüglich Recherche, Gliederung und Überarbeitung ergibt sich leicht das Dreifache.
Thema und Fragestellung klären: Absprache mit der Lehrperson, Eingrenzung des Themas, erste Forschungsfrage formulieren.
Literaturrecherche: Bibliothekskataloge, Fachdatenbanken (JSTOR, Google Scholar, fachspezifische Datenbanken) und Schneeballsystem nutzen.
Quellen sichten und exzerpieren: Nur relevante Passagen lesen und sichern, Zitate sofort mit vollständiger Quellenangabe notieren.
Vorläufige Gliederung erstellen: Erste Struktur aufschreiben, Hauptkapitel und Unterkapitel benennen, Reihenfolge der Argumente durchdenken.
Rohtext schreiben: Kapitel für Kapitel schreiben, ohne gleichzeitig zu perfektionieren. Schreiben und Überarbeiten sind zwei getrennte Prozesse.
Einleitung und Schluss verfassen: Erst nach dem Hauptteil die Einleitung endgültig formulieren, Fazit aus den Ergebnissen ableiten.
Überarbeitung: Inhaltliche Konsistenz, Argumentation, Sprache, Zitate und Formatierung in getrennten Durchgängen prüfen.
Formalia prüfen: Literaturverzeichnis auf Vollständigkeit, Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen, eidesstattliche Erklärung.
Korrekturlesen: Möglichst von einer anderen Person gegenlesen lassen oder nach einer Pause selbst noch einmal mit frischem Blick lesen.
Abgabe: Frist, Abgabeformat (digital/gedruckt) und Abgabeort rechtzeitig klären.
Formale Anforderungen und typische Stolperfallen
Neben Inhalt und Argumentation bewertet jede Prüferin und jeder Prüfer auch die Einhaltung formaler Standards. Diese Standards variieren zwischen Fächern, Instituten und Dozierenden – weswegen das gründliche Lesen des Seminarmerkblatts oder der Formatierungsvorgaben so wichtig ist. Was in einem Seminar gilt, kann im nächsten anders sein.
Typische Formatvorgaben betreffen: Schriftgröße (häufig 12 Punkt für Times New Roman oder 11 Punkt für Arial), Zeilenabstand (meist 1,5-fach im Fließtext), Seitenränder (links 3–4 cm für Korrekturrand, rechts 2–2,5 cm), Blocksatz oder Flattersatz sowie Silbentrennung. Das Deckblatt enthält in aller Regel: Titel der Arbeit, Name der Veranstaltung, Name des Dozierenden, Name der Studierenden mit Matrikelnummer, Fachbereich, Datum.
Am Ende der Arbeit steht in Deutschland fast immer die eidesstattliche Erklärung (auch Eigenständigkeitserklärung genannt), mit der Sie versichern, die Arbeit selbständig verfasst zu haben. Diese Erklärung ist keine Formalität – sie hat rechtliche Bedeutung.
Wer an einem Auslandssemester teilgenommen hat oder teilnimmt, sollte beachten, dass ausländische Universitäten teils andere Zitierstile und Formatierungskonventionen verwenden. Eine im Ausland erworbene Hausarbeit entspricht nicht zwingend den deutschen Standards.
Zeitmanagement ist ein eigenes Kapitel für sich. Die häufigste Ursache für schlechte Hausarbeiten ist nicht mangelndes Wissen, sondern mangelnde Zeit – weil die Arbeit zu spät begonnen wurde. Wenn mehrere Hausarbeiten gleichzeitig fällig sind, hilft eine Übersicht über Fristen und geschätzten Arbeitsaufwand. Wer zusätzlich beruflich tätig ist, sollte die verfügbare Schreibzeit realistisch kalkulieren. Informationen zur Studienfinanzierung und zu BAföG können dabei helfen, den Druck durch Nebenjobs zu reduzieren und mehr Zeit für das Studium zu gewinnen. Auch Studentenrabatte auf Software wie Literaturverwaltungsprogramme oder Office-Pakete lohnt sich zu nutzen.
Abschließend noch ein Hinweis zur Sprache: Wissenschaftliches Schreiben bedeutet nicht, möglichst kompliziert zu formulieren. Präzision und Klarheit sind die Ziele. Lange Schachtelsätze, passive Konstruktionen und Substantivierungen erschweren das Lesen und verschleiern manchmal, dass hinter einer Formulierung gar kein klarer Gedanke steckt. Schreiben Sie so, dass Ihre Argumentation auch jemand ohne Fachkenntnisse dem Grundsatz nach nachvollziehen kann – das ist ein gutes Qualitätsmerkmal für wissenschaftlichen Text.
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