BAföG — Wer hat Anspruch, wie viel und wie beantragen

Bis zu 992 €/Monat: Wer bekommt BAföG, wie viel ist möglich und wie beantragst du es? Alle Infos zu Elterneinkommen-Grenzen, Berechnung, Rückzahlung und BAföG im Master.

992 € Max./Monat
50 % Zuschuss (kein Darlehen)
5 Jahre Wartezeit bis Rückzahlung
max. 10.010 € Rückzahlungsdeckel
Student fuellt BAfoeg-Antrag aus - staatliche Studienfoerderung Schritt fuer Schritt beantragen

Was ist BAföG?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist die staatliche Studienförderung in Deutschland. Es soll sicherstellen, dass Studierende ihr Studium finanzieren können — unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Wichtig: Die Hälfte des BAföG ist ein zinsloser Zuschuss, den du nie zurückzahlen musst. Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen, das du erst 5 Jahre nach Ende der Förderung in kleinen Raten zurückzahlst. Der maximale Rückzahlungsbetrag ist auf 10.010 € gedeckelt.

Tipp: Viele Studierende beantragen kein BAföG, weil sie glauben, keinen Anspruch zu haben. Stell den Antrag trotzdem — das kostet nur Papier und Zeit. Der Bescheid zeigt dir, ob und wie viel du bekommst.
50 % Zuschuss
Die Hälfte des BAföG ist ein echter Zuschuss — muss nicht zurückgezahlt werden. Ebenfalls rückzahlungsfrei: → Stipendien für Studierende
Zinsloses Darlehen
Die andere Hälfte ist ein zinsloses staatliches Darlehen. Kein Bankkredit, keine Zinsen — im Unterschied zum Studienkredit, der verzinst ist.
Max. 10.010 € zurück
Der Rückzahlungsbetrag ist gesetzlich gedeckelt. Egal wie viel du bekommen hast. → Berufseinstieg planen
5 Jahre Wartezeit
Rückzahlung beginnt erst 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer. → Rückzahlungs-Guide

Wer bekommt BAföG? — Alle Voraussetzungen

BAföG ist an mehrere Bedingungen geknüpft — alle müssen gleichzeitig erfüllt sein.

Grundvoraussetzung
Hochschulart
Staatliche oder staatlich anerkannte Hochschulen in Deutschland. Auch Berufsschulen (Schüler-BAföG) und bestimmte Auslandshochschulen.
🧾 Grundvoraussetzung
Staatsbürgerschaft
Deutsche, EU-Bürger und bestimmte Drittstaatsangehörige mit Aufenthaltstitel. Asylbewerber in Einzelfällen.
📅 Grundvoraussetzung
Alter
Erstantrag muss vor dem 45. Lebensjahr gestellt werden. Ausnahmen bei Ausbildungsunterbrechungen.
Einkommensabhängig
Elterneinkommen
Das entscheidende Kriterium: Ab einem Jahreseinkommen von ca. 50.000–80.000 € (je nach Familiensituation) fällt der Anspruch weg. → Alle Finanzierungsoptionen
Einkommensabhängig
Eigenes Einkommen
Freibetrag: 603 €/Monat brutto (2026, entspricht Minijob-Grenze). Über diesem Betrag wird das eigene Einkommen angerechnet. Minijob und Werkstudent kombinierbar.
Einkommensabhängig
Vermögen
Eigenes Vermögen über 15.000 € wird angerechnet. Darunter spielt es keine Rolle.
Grundvoraussetzung
Ordentliches Studium
Immatrikuliert, reguläres Studium, Förderungshöchstdauer nicht überschritten. Bei Studiengangwechsel → neu prüfen.
⏱️ Beachten
Förderungshöchstdauer
BAföG wird maximal für die Regelstudienzeit gezahlt. Verlängerungen nur in Ausnahmefällen (Krankheit, Schwangerschaft, Gremientätigkeit). Urlaubssemester verlängert die Förderungszeit nicht automatisch.

Wie wird die BAföG-Höhe berechnet?

Vom Grundbedarf werden Elterneinkommen und eigenes Einkommen abgezogen.

Bedarfssätze aktuell

Situation Betrag/Monat
Bei Eltern wohnend 649 €
Eigene Wohnung, eigene KV 992 €
Eigene Wohnung, KV über Eltern 936 €
Wohnheim 752 €
Mit Kind unter 10 Jahren +160 € Zuschlag (§ 14b BAföG)

So wird abgezogen

Elterneinkommen
Bruttoeinnahmen abzüglich Steuern, Freibeträge für Geschwister etc. Ca. 50.000–80.000 € Jahreseinkommen = noch teilweiser Anspruch.
Eigenes Einkommen
Freibetrag 603 €/Monat brutto (2026). Mehr als das wird angerechnet. Kapitalerträge, Nebenjob — alles zählt.
Eigenes Vermögen
Freibetrag 15.000 €. Darunter kein Problem. Eigentumswohnung der Eltern zählt nicht.
Kindergeld
Zählt als elterliches Einkommen und reduziert die Förderung.

Elterneinkommen-Freibeträge 2026 — genaue Grenzen

Bis zu diesem Brutto-Jahreseinkommen bleibt der Anspruch vollständig erhalten. Darüber wird anteilig angerechnet.

Familienkonstellation Freibetrag/Jahr Ø Freibetrag/Monat
Alleinerziehend (1 Elternteil) 30.000 € 2.500 €
Verheiratet / 2 Elternteile 46.660 € 3.888 €
+ 1 Geschwisterkind im Haushalt + 7.420 € + 618 €
+ 2 Geschwisterkinder + 14.840 € + 1.237 €
Eigenes Einkommen des Studierenden 7.236 €/Jahr 603 €/Monat

Quelle: BAföG §25, Stand 2026. Alle Freibeträge beziehen sich auf das anrechenbare Netto-Jahreseinkommen nach Abzug von Steuern und Sonderausgaben.

BAföG-Schnellschätzung
Grober Richtwert — keine Rechtsberatung. Für genaue Berechnung: bafoeg-rechner.de
992 €
mögliches BAföG / Monat (Brutto-Schätzwert)
Student mit Buch und Kaffee auf Campusbank — entspanntes Studieren dank BAfoeg-Foerderung

BAföG beantragen — Schritt für Schritt

Antrag so früh wie möglich stellen — BAföG wird erst ab dem Antragsmonat gezahlt.

1
Zuständiges Studentenwerk finden
Das Studentenwerk ist an deiner Hochschule zuständig. Adresse und Online-Antrag findest du auf studentenwerke.de oder bafoeg-digital.de.
2
Unterlagen zusammenstellen
Immatrikulationsbescheinigung, Personalausweis, letzter Steuerbescheid der Eltern, eigene Kontoauszüge (3 Monate), Mietvertrag, Krankenversicherungsnachweis.
3
Antrag ausfüllen
Online via BAföG-Digital (empfohlen) oder Papierformulare beim Studentenwerk. Formulare 1, 2, 3 und 7 (Einkommenserklärung Eltern) sind in fast allen Fällen nötig.
4
Antrag einreichen
Online hochladen oder persönlich abgeben. Eltern müssen teils unterschreiben.
5
Warten + Bescheid erhalten
Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen. Bescheid zeigt genehmigten Betrag. Bei Ablehnung: Widerspruch möglich.
6
Jährlich verlängern
BAföG wird meist für 1 Jahr bewilligt. Verlängerungsantrag rechtzeitig (3 Monate vorher) stellen. Leistungsnachweis (Immatrikulation + Noten) erforderlich.

BAföG zurückzahlen — was wirklich auf dich zukommt

Die gute Nachricht: Es ist viel weniger als die meisten denken.

Nur 50 % ist Darlehen
Die andere Hälfte des BAföG ist ein echter Zuschuss. Hast du 4 Jahre lang 700 € bekommen (33.600 € gesamt), musst du maximal 10.010 € zurückzahlen — nicht 16.800 €.
Zinsfrei
Der Staat erhebt keine Zinsen auf das BAföG-Darlehen. Im Gegensatz zu einem Bankkredit wächst deine Schuld nicht.
5 Jahre Wartezeit
Rückzahlung beginnt 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer — nicht nach dem Studium. Das gibt dir Zeit, im Beruf anzukommen.
390 € Quartalsrate
Rückgezahlt wird in vierteljährlichen Raten à 390 €. Wer wenig verdient, kann Stundungsantrag stellen.
Max. 10.010 € gesamt
Egal wie viel BAföG du bekommen hast — mehr als 10.010 € zahlst du nie zurück. Deckelung per Gesetz.
Erlass bei guten Noten
Wer das Studium schneller abschließt als die Regelstudienzeit, kann einen Teil des Darlehens erlassen bekommen. → Bachelorarbeit effizient abschließen
Rechenbeispiel: 4 Jahre BAföG zu je 700 €/Monat
Gesamt erhalten: 4 × 12 × 700 = 33.600 €
Davon Zuschuss (50 %): 16.800 € — nie zurückzahlen
Darlehensteil (50 %): 16.800 € — aber Deckel greift!
Tatsächlich zurückzahlen: max. 10.010 €, zinsfrei, ab 2035
In 390 € Quartalsraten = ca. 26 Raten über 6,5 Jahre

BAföG-Sonderfälle

Master, Ausland, Krankheit, Fachrichtungswechsel — was gilt wann?

Master-BAföG
Konsekutive Master (direkt nach Bachelor) sind BAföG-förderfähig. Nahtloser Übergang oder max. 3 Monate Pause. Weiterbildende Master (MBA, Executive) sind nicht förderfähig. BAföG läuft weiter wie im Bachelor — gleiche Berechnung, gleiche Förderungshöchstdauer.
Mehr erfahren →
BAföG im Ausland
Erasmus-Semester und Auslandsaufenthalte (bis zu 1 Jahr) werden auch im Ausland mit BAföG gefördert. Es gibt sogar einen Auslands-BAföG-Zuschlag. Zuständig bleibt das ursprüngliche Studentenwerk.
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Fernstudium & BAföG
Die FernUniversität Hagen ist staatlich und BAföG-förderfähig. Private Fernhochschulen meist nicht. Bedingung: Mindest-Kreditpunktzahl pro Semester einhalten.
Mehr erfahren →
Fachrichtungswechsel
Ein Wechsel des Studiengangs ist bis zum 3. Fachsemester problemlos möglich. Danach nur noch aus wichtigem Grund (Neigung, gesundheitliche Gründe). Kommt es zum Verlust von Förderungszeit, kann das BAföG enden. → BAföG nach Studienwechsel — Ampel-Check →
Krankheit & Schwangerschaft
Wer länger als 3 Monate krank ist, kann BAföG über die Förderungshöchstdauer hinaus erhalten. Schwangerschaft, Pflegezeit und Gremientätigkeit sind ebenfalls Gründe für eine Verlängerung. → Studieren mit Kind →
Familienversicherung & BAföG
Die Wohnsituation bestimmt den Bedarfssatz: Wer noch in der Familienversicherung der Eltern ist, erhält 936 € statt 992 €/Monat. Wer unter 25 ist und kein eigenes Einkommen über 565 €/Monat hat, bleibt oft kostenlos familienversichert. → Familienversicherung Student: Grenzen 2026 →
Eltern verweigern Kooperation
Eltern müssen ihre Einkommensnachweise dem Studentenwerk vorlegen. Verweigern sie das, kann das Studentenwerk die BAföG-Zahlung zunächst vorläufig berechnen. Das Familiengericht kann Eltern zur Mitwirkung zwingen. Alternativen: Studienfinanzierung ohne Eltern →

Wo reicht BAföG am weitesten?

Die Miete bestimmt, ob BAföG zum Leben reicht. In günstigeren Städten bleiben nach der Miete oft 300–500 € mehr übrig als in München oder Frankfurt.

Magdeburg
~300 €
WG-Zimmer Ø
Halle (Saale)
~310 €
WG-Zimmer Ø
Chemnitz
~320 €
WG-Zimmer Ø
Erfurt
~360 €
WG-Zimmer Ø
Cottbus
~290 €
WG-Zimmer Ø
Greifswald
~330 €
WG-Zimmer Ø
Rostock
~380 €
WG-Zimmer Ø
Siegen
~360 €
WG-Zimmer Ø
Kaiserslautern
~370 €
WG-Zimmer Ø
Jena
~400 €
WG-Zimmer Ø
Rechenbeispiel: BAföG-Höchstsatz 992 € minus 300 € Miete in Magdeburg = 692 € für alles andere. In München (850 € Miete) bleiben nur 142 € übrig. Alle Städte vergleichen →

Wann bist du schuldenfrei? Rückzahlungs-Rechner

Wie viel bekommst du — und wann zahlst du es zurück? Hier berechnen.

100 €Max. 992 €
6 Sem. (Bachelor)14 Sem.
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BAföG im Video erklärt

Mehr als Geld — by Sparkasse

Häufige Fragen zu BAföG

Wer hat Anspruch auf BAföG? +
BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) bekommen Studierende an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen, die folgende Voraussetzungen erfüllen: Deutsche Staatsangehörigkeit oder bestimmte Aufenthaltstitel, Studium ist Erstausbildung, Einkommensgrenzen der Eltern und des eigenen Einkommens werden nicht überschritten, Alter meist unter 45 Jahre bei Antragstellung. Wichtig: Der Eigeneinkommen-Freibetrag liegt bei 603 €/Monat (2026) — wer als Werkstudent oder Minijobber mehr verdient, bekommt weniger BAföG. Etwa 11 % aller Studierenden erhalten BAföG — viele verzichten jedoch auf einen Antrag, obwohl sie Anspruch hätten.
Wie viel BAföG bekomme ich maximal? +
Der maximale BAföG-Satz liegt seit 2024 bei 992 €/Monat. Dieser Satz gilt für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen und keine Krankenversicherung über die Eltern haben. Im Durchschnitt erhalten Studierende ca. 500–600 € monatlich. Wie du BAföG mit anderen Quellen kombinierst: Studienfinanzierung im Überblick →
Wie viel BAföG bekomme ich wenn ich bei meinen Eltern wohne? +
Wer während des Studiums bei den Eltern wohnt, bekommt einen geringeren BAföG-Höchstsatz: 649 €/Monat (Stand 2026) — statt 992 € bei eigener Wohnung. Der Unterschied: Der Wohnkostenzuschlag (343 €/Monat) entfällt. Die 649 € setzen sich zusammen aus dem Grundbedarf (452 €) + Krankenversicherungszuschlag (160 €) + Pflegeversicherungszuschlag (37 €). Ob sich Ausziehen lohnt: Eine eigene WG kostet in vielen Städten 400–600 €/Monat, du bekommst aber 343 € mehr BAföG — der Eigenanteil beträgt also oft nur 60–250 € extra. Den eigenen Betrag berechnen: BAföG-Rechner → | Studentenwohnen-Kosten →
Wie beantrage ich BAföG? +
BAföG wird beim zuständigen Studentenwerk beantragt — in der Regel dort, wo die Hochschule liegt. Online geht das über BAföG-Digital (bafoeg-digital.de). Benötigte Unterlagen: Immatrikulationsbescheinigung →, Einkommensnachweise der Eltern (letzter Steuerbescheid), eigene Kontoauszüge, Mietvertrag oder Wohnheimnachweis. Antrag so früh wie möglich stellen — BAföG wird rückwirkend maximal ab dem Monat der Antragstellung gezahlt.
Muss BAföG zurückgezahlt werden? +
Die Hälfte des BAföG wird als zinsloses Darlehen gewährt, die andere Hälfte als Zuschuss. Zurückzuzahlen ist also nur 50 % des erhaltenen BAföG. Rückzahlung beginnt 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer, in vierteljährlichen Raten à 390 €. Maximal zurückzuzahlen: 10.010 € (Deckelung). Bei sehr guten Studienleistungen gibt es Erlass-Möglichkeiten. Alle Details zur BAföG-Rückzahlung →
Bekomme ich im Master noch BAföG? +
Ja — konsekutive Master-Studiengänge (direkt nach dem Bachelor) sind BAföG-förderfähig. Voraussetzung: Der Master wird ohne Unterbrechung oder innerhalb von 3 Monaten nach dem Bachelor begonnen. Weiterbildende Master (z.B. MBA mit Berufseinstieg davor) sind nicht BAföG-fähig. Das BAföG läuft im Master weiter, als ob es ein durchgehendes Studium wäre.
Was passiert wenn meine Eltern kein Geld weitergeben? +
BAföG wird zunächst immer nach dem Einkommen der Eltern berechnet — unabhängig davon, ob sie das Geld tatsächlich geben. Verweigern Eltern die Unterstützung, kannst du beim Studentenwerk einen "Elternunabhängigen BAföG"-Antrag stellen oder das Familiengericht einschalten, das die Eltern zur Zahlung verpflichtet. Ausnahmen gibt es bei geschiedenen Eltern, Kontaktabbruch und bestimmten Einkommenssituationen. Alle Finanzierungsalternativen: Studienfinanzierung ohne Eltern →
Kann ich BAföG und ein Stipendium gleichzeitig beziehen? +
Ja — Stipendien und BAföG können parallel bezogen werden. Stipendien für Sachleistungen (Bücher, Reisen, Seminare) werden in der Regel nicht angerechnet. Geldstipendien bis 300 €/Monat (Büchergeld-Anteil der Förderwerke) bleiben anrechnungsfrei. Stipendien über 300 €/Monat werden jedoch auf das BAföG angerechnet und reduzieren den ausgezahlten BAföG-Betrag. Eine vollständige Doppelförderung ist also nur eingeschränkt möglich — aber trotzdem lohnt es sich, beides zu beantragen.
Bekomme ich BAföG während des Wartesemesters? +
Nein — BAföG gibt es erst nach der Immatrikulation, also erst wenn du tatsächlich an einer Hochschule eingeschrieben bist. Während des Wartesemesters (Wartezeit auf einen NC-Studienplatz) hast du keinen BAföG-Anspruch. Sinnvolle Alternativen in der Wartezeit: Ausbildung beginnen (Berufsausbildungs-BAföG möglich!), Freiwilligendienst (FSJ/BFD), Nebenjob oder Auslandsaufenthalt. Die Wartezeit kann außerdem als Wartesemester für die Zulassung angerechnet werden — auch das ist planbar. Mehr dazu: Wartesemester überbrücken →
Was passiert mit dem BAföG wenn ich das Studium abbrecht? +
Bei einem Studienabbruch endet die BAföG-Förderung sofort mit dem Ende der Immatrikulation. Bereits erhaltenes BAföG musst du nur den Darlehensteil zurückzahlen — der Zuschussanteil bleibt dir. Das Studentenwerk muss unverzüglich informiert werden. Bei Fachrichtungswechsel (nicht Abbruch) gilt: Bis zum 3. Fachsemester problemlos möglich. Danach nur noch aus wichtigem Grund. Ein späteres Studium nach einem Abbruch kann unter bestimmten Umständen wieder BAföG-fähig sein. Alles zum Studienabbruch — Alternativen und nächste Schritte →
Wie lange bekomme ich BAföG — was ist die Förderungshöchstdauer? +
Die BAföG-Förderung läuft maximal bis zum Ende der Regelstudienzeit des jeweiligen Studiengangs — das ist die sogenannte Förderungshöchstdauer. Für einen 6-semestrigen Bachelor sind das 6 Semester, für einen 4-semestrigen Master weitere 4 Semester. Wer länger studiert, bekommt nach der Förderungshöchstdauer kein BAföG mehr — es sei denn, es liegt ein anerkannter Hinderungsgrund vor (Krankheit, Behinderung, Kind, Pflegefall in der Familie). Wichtig: Ein Urlaubssemester pausiert zwar die Regelstudienzeit, aber nicht automatisch die Förderungshöchstdauer — das BAföG-Amt separat informieren. Ab dem 5. Fachsemester muss du beim Studentenwerk einen Eignungsnachweis erbringen (§ 48 BAföG), der zeigt, dass du ausreichend Studienleistungen erbracht hast.
Was ist der BAföG-Eignungsnachweis (§ 48) und wann brauche ich ihn? +
Nach § 48 BAföG muss ab dem 5. Fachsemester ein Eignungsnachweis beim Studentenwerk eingereicht werden. Dieser Nachweis belegt, dass du im bisherigen Studium ausreichende Leistungen erbracht hast — typischerweise eine bestimmte Anzahl erworbener ECTS-Punkte oder das Bestehen von Grundkursen. Das Formular bekommst du vom Prüfungsamt deiner Hochschule. Wenn du den Nachweis nicht einreichen kannst (z.B. wegen Studienproblemen), riskierst du die Einstellung der BAföG-Förderung. Wende dich frühzeitig an das Studentenwerk — in vielen Fällen gibt es Fristverlängerungen oder Ausnahmen. Bei anhaltenden Studienproblemen: Psychische Gesundheit im Studium →
Wie viel darf ich neben BAföG mit Minijob oder Werkstudentenjob verdienen? +
Der Freibetrag für eigenes Einkommen beträgt 2026 603 € brutto pro Monat. Alles was du darüber verdienst, wird auf das BAföG angerechnet und kürzt den Auszahlungsbetrag. Wichtig: Es gilt das Jahreseinkommen geteilt durch 12 — du kannst also in manchen Monaten mehr verdienen und in anderen weniger, solange der Jahresdurchschnitt unter 603 €/Monat bleibt. Minijob (bis 538 €/Monat) und Werkstudentenjob können kombiniert werden — solange der Gesamtbetrag den Freibetrag nicht überschreitet. Tipp: Kapitalerträge, Unterhalt und Stipendien über 300 €/Monat zählen ebenfalls als eigenes Einkommen. Berechnung: Das Studentenwerk nimmt die Steuererklärung des Vorjahres als Grundlage.
Ab welchem Elterneinkommen gibt es kein BAföG mehr? +
Faustregel: Bei verheirateten Eltern ohne weitere Kinder entfällt der BAföG-Anspruch ab ca. 90.000–100.000 € Jahresbrutto (je nach Wohnsituation des Studierenden). Die genauen Freibeträge 2026: Alleinerziehend = 30.000 €/Jahr, verheiratet = 46.660 €/Jahr, plus 7.420 € je weiteres Kind im Haushalt. Liegt das Elterneinkommen darüber, wird der überschreitende Betrag anteilig auf den BAföG-Bedarf angerechnet — der Anspruch fällt also schrittweise, nicht plötzlich. Wichtig: Es zählt das bereinigte Nettoeinkommen (nach Steuern, abzgl. pauschaler Werbungskosten, abzgl. Sozialbeiträge), nicht das Bruttogehalt. Viele Eltern liegen unter der Grenze, obwohl das Bruttogehalt hoch wirkt. Tipp: Trotzdem beantragen — der BAföG-Rechner → gibt eine erste Schätzung.
Was bringt die BAföG-Reform 2026? +
Die letzte größere BAföG-Reform wurde 2024 mit dem 28. BAföG-Änderungsgesetz umgesetzt. Zentrale Änderungen: Bedarfssätze auf 992 € maximal erhöht (vorher 934 €). Einkommensfreibetrag für Studierende auf 603 €/Monat angehoben. Elternfreibeträge ebenfalls erhöht. Für 2026 sind bislang keine weiteren strukturellen Änderungen angekündigt — die aktuellen Sätze gelten voraussichtlich unverändert. Der Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung beträgt 2026 weiterhin 56 €/Monat. Für alle Berechnungen gilt: Die Zahlen des letztverfügbaren Steuerbescheids der Eltern werden verwendet. Alle Finanzierungsoptionen im Überblick: Studienfinanzierung →

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