CHE · QS · THE · Shanghai Deutschland aktuell

Hochschulranking Deutschland
Welche Uni ist wirklich die beste — für dein Fach?

Nicht jedes Ranking sagt dasselbe. CHE, QS, THE und Shanghai messen unterschiedliche Dinge. Wir erklären was die Rankings wirklich bedeuten — und welches für deine Entscheidung zählt.

4 Rankings
CHE, QS, THE, Shanghai — erklärt
TU & LMU München
Deutschlands Top-Adressen international
CHE = Beste Wahl
Für Studienentscheidungen in DE
Fach schlägt Rang
Platz 50 vs. 80 ≈ kein Karriereunterschied

Die 4 großen Hochschulrankings im Überblick

Jedes Ranking misst etwas anderes — deshalb führen verschiedene Hochschulen je nach Ranking.

CHE-Ranking
Centrum für Hochschulentwicklung

Fachspezifisch, Studierendenfeedback, Lehrqualität, IT, Bibliothek. Erscheint im ZEIT Campus. Spitzengruppe / Mittelgruppe / Schlussgruppe. Beste Wahl für Studienentscheidungen in Deutschland.FH oder Uni?

Deutschland Kostenlos (ZEIT) Jährlich
QS World Rankings
Quacquarelli Symonds (London)

Akademische Reputation (40%), Zitierungen (20%), Arbeitgeberreputation (10%), Internationalität (20%), Lehr-Forschungs-Ratio (10%). International vergleichbar — gut für Auslands-Masters. → Auslandsstudium Guide

Weltweit Kostenlos Jährlich
Times Higher Education
THE (London)

Lehr- (30%), Forschungs- (30%), Zitierungs- (30%), Industrie- (2,5%), Internationalitäts-Score (7,5%). Gilt als ausgewogenste Methodik. Gut für Forschungsplanung + Promotion. → Promotions-Guide

Weltweit Kostenlos Jährlich
Shanghai Ranking (ARWU)
Academic Ranking of World Universities

Nobelpreisträger (30%), Fields-Medaillen (10%), Hochzitierende Forscher (20%), Nature&Science-Publikationen (20%), Papiere (20%), pro-Kopf (10%). Rein wissenschaftlich — kaum relevant für Bachelor.

Weltweit Kostenlos Jährlich

Welches Ranking zählt für mich?

2 Fragen — du bekommst sofort die relevante Empfehlung.

Die besten deutschen Hochschulen — weltweit

Platzierungen in den globalen Rankings 2024/2025 (approximativ).

Hochschule QS 2025 THE 2025 Shanghai Stärken
LMU München ~50 ~34 ~50–75 Medizin, Jura, Geisteswiss., Naturwiss.
TU München ~53 ~30 ~100–150 Informatik, Ingenieurwesen, Naturwiss.
Heidelberg ~87 ~43 ~50–75 Medizin, Naturwiss., Geisteswiss.
KIT Karlsruhe ~116 ~120–130 ~150–200 Informatik, Ingenieurwesen, Physik
Humboldt Berlin ~117 ~80–100 ~50–75 Naturwiss., Medizin, Geisteswiss.
FU Berlin ~120–140 ~100–130 ~100–150 Geistes-/Sozialwiss., Medizin, Jura
RWTH Aachen ~103 ~170–200 ~200–300 Ingenieurwesen, Maschinenbau, IT
TU Berlin ~150–170 ~200–250 ~200–300 Ingenieurwesen, Informatik, Design
Uni Hamburg ~200–230 ~150–180 ~150–200 Naturwiss., Medizin, Rechtswiss.
Uni Frankfurt ~280–320 ~200–250 ~300–400 Wirtschaft, Jura, Naturwiss.

Alle Platzierungen approximativ — Rankings variieren je nach Jahr und Methode. Quelle: QS, THE, ARWU 2024/2025.

CHE-Ranking Spitzengruppe — nach Fach

Das CHE-Ranking ist das maßgebliche Fach-Ranking für deutsche Hochschulen. Diese Hochschulen führen je nach Disziplin.

Informatik
Details →

TU München, KIT, Saarland, TU Berlin, RWTH Aachen, LMU München. FHs: HS München, HS Karlsruhe.

BWL / Wirtschaft
Details →

Uni Mannheim (#1 BWL), Frankfurt (Finance), LMU München, WHU (privat), HHL Leipzig (privat).

Medizin
Details →

LMU München, Heidelberg, Charité Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln. NC: bundesweit extrem hart.

Ingenieurwesen
Details →

RWTH Aachen, TU München, KIT, TU Berlin, TU Dresden. FHs: FH Aachen, HS München stark.

Jura
Details →

Humboldt Berlin, LMU München, Hamburg, Köln, München. Schwieriger NC — erste Prüfung entscheidend.

Psychologie
Details →

LMU München, FU Berlin, Heidelberg. NC extrem (oft 1,0). Alternative: privat oder Wartesemester.

Architektur
Details →

TU Berlin, Stuttgart, München, RWTH Aachen. Mappe-Eignungsprüfung statt NC.

Naturwissenschaften
Details →

LMU, Heidelberg, Frankfurt, Göttingen. TU München für angewandte Naturwiss. und Chemie.

Rankings richtig einordnen — was sie nicht messen

Kein Ranking ist neutral. Diese blinden Flecken solltest du kennen.

Was Rankings oft NICHT messen

Lehrqualität im Seminar und Seminarraum
Betreuungszeit durch Professoren
Praxisnähe und Unternehmenskontakte
Studierendenleben, Uni-Kultur, Clubs
Wohnkosten und Lebensqualität am Standort
Chancengleichheit und Diversität
Fachhochschulen (meist komplett ausgelassen)
Kleine, spezialisierte Hochschulen

Was wirklich entscheidet (neben Ranking)

Passt das Lehrplan-Profil zu deinen Zielen?
Wer sind die Professoren in deinem Kernbereich?
Welche Unternehmen rekrutieren an dieser Hochschule?
Wie hoch sind Miete und Lebenshaltungskosten vor Ort?
Gibt es ein Auslandssemester-Netzwerk (Erasmus)?
Wie ist die Studierendenvertretung und das Campusleben?
Was sagen Alumni nach 3–5 Jahren Berufserfahrung?
NC-Hürde — komme ich tatsächlich rein?
Praxistipp: Platz 50 vs. Platz 80 weltweit macht für einen deutschen Bachelor-Absolventen kaum messbaren Karriereunterschied. Was zählt: Das richtige Fach, ein gutes Studienabschluss-Ergebnis und erste Praktikumserfahrungen. Praktikum-Guide →

Die 10 besten Universitäten in Deutschland — Ranking erklärt

Studienscheiss — Dr. Tim Reichel — Studium-Ratgeber

Häufige Fragen zum Hochschulranking

Das CHE-Hochschulranking ist für die Studienentscheidung am relevantesten, weil es fachspezifisch bewertet und Studienbedingungen wie Lehrqualität und Betreuung misst – nicht nur Forschungsoutput. Es ist kostenlos, auf Deutsch verfügbar und deckt rund 300 deutsche Hochschulen ab. Mehr zur Planung des Studiums findest du in unserem Bereich zur Studienfinanzierung.
Internationale Rankings wie QS, THE oder das Shanghai-Ranking bevorzugen strukturell anglophone Hochschulen: Publikationen auf Englisch werden stärker gezählt, Reputationsbefragungen bevorzugen bekannte Namen, und Kriterien wie Nobelpreisträger benachteiligen jüngere oder spezialisierte Hochschulen. Das sagt wenig über die tatsächliche Lehr- und Studienqualität aus.
Das Shanghai-Ranking (ARWU) misst vor allem Forschungsleistung: Anzahl von Nobelpreisträgern und Fields-Medaillen-Gewinnern, wissenschaftliche Publikationen in Top-Zeitschriften und Zitationsindizes. Es ist weltweit auf rund 500 Universitäten beschränkt. Relevant ist es vor allem für Forschungsinteressierte und Doktorand:innen, nicht für die Wahl eines Bachelorstudiengangs.
Fachhochschulen haben einen anderen gesetzlichen Auftrag als Universitäten: Sie sind auf praxisnahe Ausbildung ausgerichtet, nicht primär auf Forschung. Da internationale Rankings stark auf Forschungsoutput und Publikationszahlen setzen, landen Fachhochschulen dort regelmäßig nicht auf den vorderen Plätzen – unabhängig davon, wie gut sie ihre Studierenden auf den Beruf vorbereiten.
Das CHE-Ranking bewertet fachspezifisch und fragt Studierende direkt nach Betreuung, Lehrqualität und Ausstattung. Es eignet sich für die Studienentscheidung. Das QS-Ranking bewertet Hochschulen als Institution, basiert stark auf Reputation und Forschungsoutput und ist international ausgerichtet. Es eignet sich eher für den globalen Vergleich von Forschungsstandorten.
Rankings können ein erster Anhaltspunkt sein, sollten aber nicht das einzige Kriterium sein. Wichtiger für ein erfolgreiches Auslandssemester sind Partnerschaftsabkommen deiner Heimathochschule, die Anerkennbarkeit von Studienleistungen, Sprachanforderungen und Lebenshaltungskosten vor Ort. Mehr dazu auf unserer Seite zum Auslandssemester →
Ja. Neben dem CHE-Ranking helfen Hochschulmessen, Schnuppertage und Gespräche mit Studierenden oft mehr als Zahlentabellen. Auch die offizielle Akkreditierungsdatenbank des Akkreditierungsrats gibt Auskunft über anerkannte Studiengänge. Für finanzielle Planung empfehlen sich zudem unsere Seiten zu BAföG → und Stipendienmöglichkeiten.

Nächste Schritte

Hochschule suchen
Alle Hochschulen live filtern — nach Fach, Stadt, Typ
Alle Hochschulen
Vollständige Liste aller deutschen Hochschulen
NC-Guide
NC verstehen — und Alternativen wenn er nicht reicht
Studienbereiche
Alle 15 Fachbereiche mit Top-Hochschulen vergleichen
Bachelor-Guide
Bewerbung, Fristen, NC — alles für den Studienstart
Master-Guide
Nach dem Bachelor: Master-Bewerbung und Auswahl
Auslandsstudium
Top-Unis im Ausland — mit deutschen Abschlüssen verglichen
Studienfinder
Kein Ranking hilft wenn das Fach nicht passt

Video-Erfahrungsberichte

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Hochschulranking Deutschland: Was Rankings messen – und was nicht

Wer in Deutschland ein Studium beginnen möchte, stößt früher oder später auf Hochschulrankings. Die Liste der verfügbaren Ranglisten ist lang, die Versprechen klingen verlockend: eine Zahl, eine Position, eine schnelle Orientierung. Doch wer sich die Mühe macht, genauer hinzuschauen, merkt schnell, dass hinter jedem Ranking eine Methodik steckt – und hinter jeder Methodik eine bestimmte Vorstellung davon, was eine gute Hochschule ausmacht. Dieser Artikel erklärt, welche Rankings es gibt, wie sie funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und wie du als Studieninteressierte:r damit sinnvoll umgehst.

Deutschland hat mehr als 400 Hochschulen – Universitäten, Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, duale Hochschulen. Kein Ranking deckt sie alle ab. Das allein ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass das Fehlen einer Hochschule in einer Rangliste nichts über ihre tatsächliche Qualität aussagt.

Diskussionsgrundlage: Sind Hochschulrankings sinnvoll? – Argumente pro und contra im Überblick (MultimodalLernen Deutsch, ca. 4 Min.)

Die wichtigsten Hochschulrankings im Überblick

Es gibt nicht das eine Ranking. Je nach Ziel und Betreiber messen die verschiedenen Ranglisten sehr unterschiedliche Dinge. Wer das nicht weiß, vergleicht buchstäblich Äpfel mit Orangen.

Das CHE-Hochschulranking, herausgegeben vom Centrum für Hochschulentwicklung, ist das größte und detaillierteste Ranking im deutschsprachigen Raum. Es bewertet jährlich rund 300 deutsche Hochschulen in mehr als 30 Fächern. Besonders wichtig: Das CHE fragt Studierende direkt nach ihren Erfahrungen mit Lehrqualität, Betreuung und Ausstattung. Es gibt keine Gesamtnote und keinen Platz 1 – stattdessen werden Hochschulen in Gruppen eingeteilt. Das macht einen direkten Vergleich schwieriger, bildet die Realität aber ehrlicher ab.

International bekannt sind vor allem drei Ranglisten: die QS World University Rankings von Quacquarelli Symonds, die Times Higher Education Rankings (THE) und das Shanghai-Ranking (Academic Ranking of World Universities, ARWU), das von der Jiao-Tong-Universität in Shanghai veröffentlicht wird. Das Shanghai-Ranking listet weltweit nur rund 500 Universitäten – wer nicht draufsteht, existiert in diesem System schlicht nicht.

Dazu kommt U-Multirank, ein von der EU-Kommission gefördertes Ranking, das Nutzer:innen erlaubt, eigene Gewichtungen zu setzen. Wer Wert auf internationale Ausrichtung legt, kann dieses Kriterium stärker gewichten als Forschungsoutput. Das klingt sinnvoll – und es ist tatsächlich einer der wenigen nutzerzentrierten Ansätze im Ranking-Ökosystem.

Ranking Betreiber Schwerpunkt Relevant für
CHE-Ranking Centrum für Hochschulentwicklung Lehre, Studienqualität, Studierende-Befragungen Studienentscheidung
QS World University Rankings Quacquarelli Symonds Reputation, Internationalität, Zitationen Internationaler Vergleich, Prestige
Times Higher Education THE Forschung, Zitationen, Lehre, Industrie Forschungsinteressierte, Doktoranden
Shanghai-Ranking (ARWU) Jiao-Tong-Universität Shanghai Nobelpreisträger, Publikationen, Zitationen Forschungsreputation
U-Multirank EU-Kommission (gefördert) Mehrdimensional, individuell konfigurierbar Persönlicher Hochschulvergleich

Was Rankings tatsächlich messen – die Kriterien im Detail

Hinter jeder Ranking-Position steckt eine Formel. Die meisten internationalen Rankings gewichten vor allem drei Bereiche: Forschungsoutput, Reputation und Internationalität. Im Einzelnen heißt das:

Forschungsoutput wird in der Regel über die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen und deren Zitationsindex gemessen. Ein hoher Zitationsindex bedeutet, dass andere Wissenschaftler:innen weltweit auf die Arbeit einer Hochschule verweisen. Das Shanghai-Ranking geht noch weiter: Es zählt direkt, wie viele Nobelpreisträger und Gewinner der Fields-Medaille einer Hochschule zugerechnet werden können – als Absolvent:innen oder als aktive Mitglieder. Das bevorzugt zwangsläufig alte, forschungsstarke Universitäten in anglophonen Ländern.

Reputation wird durch Befragungen gemessen: Akademiker:innen weltweit benennen die Hochschulen, die sie für exzellent halten. Arbeitgeber werden gefragt, welche Absolvent:innen sie bevorzugen. Beide Reputationsmessungen haben ein strukturelles Problem: Wer bereits oben steht, wird häufiger genannt – ein klassischer selbstverstärkender Effekt. Hochschulen mit gutem Ranking ziehen mehr Drittmittel und talentierte Forschende an, was das nächste Ranking weiter verbessert.

Internationalität fließt in Form des Anteils ausländischer Studierender und Lehrender ein. Das benachteiligt Hochschulen in nicht-englischsprachigen Ländern strukturell: Eine Universität in Bayern hat es schwerer, internationale Studierende anzuziehen, als eine in London oder Sydney – unabhängig von der tatsächlichen Lehrqualität.

Das CHE-Ranking arbeitet anders. Hier werden Studierende per Fragebogen befragt: Wie bewerten sie die Betreuung durch Lehrende? Wie ist die Bibliotheksausstattung? Wie hoch ist die Studienabbruchquote? Diese Kriterien bilden den Alltag im Studium deutlich besser ab als Nobelpreis-Zählungen.

Ranking-Kriterien im Kontext: Pro- und Contra-Argumente für Hochschulrankings (MultimodalLernen Deutsch, ca. 4 Min.)

Wo Rankings systematisch versagen

Die Schwächen von Hochschulrankings sind nicht zufällig – sie sind strukturell. Wer das versteht, kann Rankings besser einordnen.

Fachhochschulen werden systematisch benachteiligt. Die meisten internationalen Rankings basieren zu einem großen Teil auf Forschungsoutput. Fachhochschulen haben einen anderen gesetzlichen Auftrag: Sie sollen praxisnah ausbilden, nicht primär forschen. Ihre Absolvent:innen sind auf dem Arbeitsmarkt oft sehr gefragt – das bildet sich in gängigen Rankings kaum ab. Eine Fachhochschule, die ihre Studierenden hervorragend auf den Beruf vorbereitet, landet in QS oder Shanghai schlicht nicht auf den vorderen Plätzen, weil die dafür relevanten Kriterien im Ranking schlicht nicht vorkommen.

Kleine Spezialhochschulen fehlen ganz. Kunsthochschulen, Musikhochschulen und Designakademien tauchen in globalen Rankings so gut wie nicht auf. Das sagt über ihre Qualität gar nichts aus. Es sagt nur, dass ihre Leistung mit den verwendeten Kriterien nicht gemessen werden kann.

Englischsprachige Publikationen werden bevorzugt. Viele Rankings zählen Publikationen in internationalen Fachzeitschriften. Wer auf Deutsch publiziert – relevant etwa in Rechtswissenschaften, Germanistik oder Teilen der Sozialwissenschaften – wird systematisch unterschätzt. Deutschsprachige Forschung ist in diesen Datenbanken unterrepräsentiert, unabhängig von ihrer tatsächlichen Qualität.

Rankings messen Vergangenheit, nicht Gegenwart. Ein Nobelpreis, der vor zwanzig Jahren vergeben wurde, verbessert noch heute das Shanghai-Ranking einer Universität. Das sagt wenig darüber aus, ob diese Hochschule heute ein guter Studienort ist.

Es lohnt sich, bei der Studienplanung auch weitere Aspekte zu berücksichtigen, die in Rankings nicht auftauchen: Studienkosten und Finanzierungsmöglichkeiten etwa. Wer wissen will, welche Unterstützung es gibt, findet auf unserer Seite zur Studienfinanzierung einen umfassenden Überblick – von Stipendien bis Kredit. Auch das Thema BAföG spielt für viele Studierende eine zentrale Rolle bei der Wahl des Studienortes.

Deutsche Hochschulen im internationalen Vergleich

Im QS-Ranking gehört die Technische Universität München regelmäßig zu den bestplatzierten deutschen Hochschulen und erreicht Platzierungen im vorderen Drittel der weltweiten Top 50. Die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Universität Heidelberg folgen. Im Shanghai-Ranking sieht das Bild ähnlich aus: Forschungsstarke Volluniversitäten dominieren.

Was diese Zahlen nicht zeigen: Im internationalen Vergleich schneiden viele deutsche Hochschulen in Rankings schlechter ab, als ihre tatsächliche Lehrqualität vermuten lässt. Das liegt an den bereits genannten Strukturproblemen – nicht daran, dass an deutschen Hochschulen schlechter studiert oder gelehrt wird.

Wer ein Auslandssemester plant, sollte Rankings übrigens nicht als einzige Grundlage nehmen. Wichtiger sind oft: Partnerschaftsabkommen der Heimathochschule, Anerkennung von Studienleistungen, Kosten vor Ort und Sprachkenntnisse.

Schritt für Schritt: So nutzt du Rankings für deine Studienentscheidung

Rankings sind kein Orakel. Sie sind ein Werkzeug – und wie jedes Werkzeug muss man wissen, wofür es taugt. Die folgende Checkliste hilft dir, Rankings richtig einzusetzen:

  1. Fach zuerst, Hochschule danach: Entscheide zunächst, was du studieren willst. Dann such dir das passende Ranking – nicht umgekehrt.
  2. Das CHE-Ranking für Studienbedingungen nutzen: Wenn du wissen willst, wie das Studium vor Ort wirklich ist, ist das CHE-Ranking die verlässlichste Quelle auf Deutsch. Filter auf dein Fach und lies die Einzelkategorien, nicht nur die Gruppeneinordnung.
  3. Internationale Rankings nur für Forschungsinteressen heranziehen: QS, THE und Shanghai sagen vor allem etwas über Forschungsreputation aus. Wenn du promovieren oder in der Wissenschaft arbeiten möchtest, sind diese Rankings relevanter.
  4. Mehrere Rankings vergleichen: Eine Hochschule, die in einem Ranking gut abschneidet, kann in einem anderen mittelmäßig dastehen. Das ist kein Fehler – es zeigt, dass verschiedene Kriterien zu verschiedenen Ergebnissen führen.
  5. Studentische Erfahrungsberichte einbeziehen: Foren, Hochschul-Communities und direkte Gespräche mit Studierenden geben Einblicke, die keine Rangliste liefert.
  6. Standortfaktoren nicht vergessen: Mietkosten, Nahverkehr, Kulturbetrieb, Hochschulnähe zum Arbeitsmarkt – das beeinflusst die Lebensqualität im Studium stärker als eine Ranking-Position.
  7. Akkreditierung prüfen: Wichtiger als ein gutes Ranking ist die offizielle Akkreditierung eines Studiengangs. Das garantiert einen anerkannten Abschluss.

Das Goodhart-Problem: Wenn Rankings das Verhalten verändern

Es gibt ein bekanntes Prinzip in der Sozialwissenschaft, das auf den Ökonomen Charles Goodhart zurückgeht: Sobald ein Maß zum Ziel wird, hört es auf, ein gutes Maß zu sein. Auf Hochschulrankings angewendet bedeutet das: Hochschulen, die ihr Ranking verbessern wollen, passen ihr Verhalten an die Messkriterien an – nicht unbedingt an das, was Studierenden oder der Gesellschaft nutzt.

Konkrete Beispiele: Hochschulen reduzieren die Anzahl zugelassener Studierender, um das Betreuungsverhältnis zu verbessern. Forschende werden angehalten, in bestimmten indexierten Zeitschriften zu publizieren, unabhängig davon, ob das inhaltlich sinnvoll ist. Internationale Kooperationen werden aufgebaut, die primär der Internationalitäts-Kennzahl dienen, nicht dem Erkenntnisgewinn.

Das bedeutet nicht, dass Rankings wertlos sind. Es bedeutet, dass sie mit Vorsicht interpretiert werden müssen – und dass Hochschulen, die aktiv an Rankings arbeiten, nicht zwangsläufig bessere Lehrorte werden.

Apropos Werkzeuge für das Studium: Wer herausfinden möchte, wie sich neue Technologien auf das Studieren auswirken, findet auf unserer Seite zu KI im Studium aktuelle Informationen. Und wer im Studium beim Budget sparen will, findet bei den Studentenrabatten praktische Tipps.

Kritische Perspektive: Grenzen von Hochschulrankings und Alternativen zur Studienorientierung (MultimodalLernen Deutsch, ca. 4 Min.)

Fazit: Rankings als Orientierung, nicht als Urteil

Hochschulrankings sind nützlich, wenn man weiß, was sie messen – und ehrlich, wenn man akzeptiert, was sie nicht messen können. Kein Ranking erfasst, ob du an einer bestimmten Hochschule einen guten Professor triffst, der dein Denken verändert. Kein Algorithmus misst, ob die Studienstadt zu deinem Lebensstil passt. Keine Tabelle zeigt dir, ob der Studiengang inhaltlich zu deinen Interessen passt.

Für Studieninteressierte in Deutschland ist das CHE-Ranking in der Regel der sinnvollste Ausgangspunkt: Es ist fachspezifisch, auf Deutsch verfügbar, kostenlos und bewertet genau das, was im Studienalltag zählt – Lehrqualität, Betreuung, Ausstattung. Internationale Rankings sind dann relevant, wenn du Forschungskarriere oder internationale Mobilität planst.

Die eigentliche Aufgabe bei der Studienentscheidung ist nicht, die bestplatzierte Hochschule zu finden. Sie ist, die Hochschule zu finden, die am besten zu dir passt. Das kann die TU München sein. Es kann aber genauso gut eine Fachhochschule in einer mittelgroßen Stadt sein, die in keinem globalen Ranking auftaucht – und trotzdem genau das bietet, was du brauchst.