Jedes Ranking misst etwas anderes — deshalb führen verschiedene Hochschulen je nach Ranking.
Fachspezifisch, Studierendenfeedback, Lehrqualität, IT, Bibliothek. Erscheint im ZEIT Campus. Spitzengruppe / Mittelgruppe / Schlussgruppe. Beste Wahl für Studienentscheidungen in Deutschland. → FH oder Uni?
Akademische Reputation (40%), Zitierungen (20%), Arbeitgeberreputation (10%), Internationalität (20%), Lehr-Forschungs-Ratio (10%). International vergleichbar — gut für Auslands-Masters. → Auslandsstudium Guide
Lehr- (30%), Forschungs- (30%), Zitierungs- (30%), Industrie- (2,5%), Internationalitäts-Score (7,5%). Gilt als ausgewogenste Methodik. Gut für Forschungsplanung + Promotion. → Promotions-Guide
Nobelpreisträger (30%), Fields-Medaillen (10%), Hochzitierende Forscher (20%), Nature&Science-Publikationen (20%), Papiere (20%), pro-Kopf (10%). Rein wissenschaftlich — kaum relevant für Bachelor.
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Platzierungen in den globalen Rankings 2024/2025 (approximativ).
| Hochschule | QS 2025 | THE 2025 | Shanghai | Stärken |
|---|---|---|---|---|
| LMU München | ~50 | ~34 | ~50–75 | Medizin, Jura, Geisteswiss., Naturwiss. |
| TU München | ~53 | ~30 | ~100–150 | Informatik, Ingenieurwesen, Naturwiss. |
| Heidelberg | ~87 | ~43 | ~50–75 | Medizin, Naturwiss., Geisteswiss. |
| KIT Karlsruhe | ~116 | ~120–130 | ~150–200 | Informatik, Ingenieurwesen, Physik |
| Humboldt Berlin | ~117 | ~80–100 | ~50–75 | Naturwiss., Medizin, Geisteswiss. |
| FU Berlin | ~120–140 | ~100–130 | ~100–150 | Geistes-/Sozialwiss., Medizin, Jura |
| RWTH Aachen | ~103 | ~170–200 | ~200–300 | Ingenieurwesen, Maschinenbau, IT |
| TU Berlin | ~150–170 | ~200–250 | ~200–300 | Ingenieurwesen, Informatik, Design |
| Uni Hamburg | ~200–230 | ~150–180 | ~150–200 | Naturwiss., Medizin, Rechtswiss. |
| Uni Frankfurt | ~280–320 | ~200–250 | ~300–400 | Wirtschaft, Jura, Naturwiss. |
Alle Platzierungen approximativ — Rankings variieren je nach Jahr und Methode. Quelle: QS, THE, ARWU 2024/2025.
Das CHE-Ranking ist das maßgebliche Fach-Ranking für deutsche Hochschulen. Diese Hochschulen führen je nach Disziplin.
TU München, KIT, Saarland, TU Berlin, RWTH Aachen, LMU München. FHs: HS München, HS Karlsruhe.
Uni Mannheim (#1 BWL), Frankfurt (Finance), LMU München, WHU (privat), HHL Leipzig (privat).
LMU München, Heidelberg, Charité Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln. NC: bundesweit extrem hart.
RWTH Aachen, TU München, KIT, TU Berlin, TU Dresden. FHs: FH Aachen, HS München stark.
Humboldt Berlin, LMU München, Hamburg, Köln, München. Schwieriger NC — erste Prüfung entscheidend.
LMU München, FU Berlin, Heidelberg. NC extrem (oft 1,0). Alternative: privat oder Wartesemester.
TU Berlin, Stuttgart, München, RWTH Aachen. Mappe-Eignungsprüfung statt NC.
LMU, Heidelberg, Frankfurt, Göttingen. TU München für angewandte Naturwiss. und Chemie.
Kein Ranking ist neutral. Diese blinden Flecken solltest du kennen.
Studienscheiss — Dr. Tim Reichel — Studium-Ratgeber
MultimodalLernen Deutsch · 4 Min
Wer in Deutschland ein Studium beginnen möchte, stößt früher oder später auf Hochschulrankings. Die Liste der verfügbaren Ranglisten ist lang, die Versprechen klingen verlockend: eine Zahl, eine Position, eine schnelle Orientierung. Doch wer sich die Mühe macht, genauer hinzuschauen, merkt schnell, dass hinter jedem Ranking eine Methodik steckt – und hinter jeder Methodik eine bestimmte Vorstellung davon, was eine gute Hochschule ausmacht. Dieser Artikel erklärt, welche Rankings es gibt, wie sie funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und wie du als Studieninteressierte:r damit sinnvoll umgehst.
Deutschland hat mehr als 400 Hochschulen – Universitäten, Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, duale Hochschulen. Kein Ranking deckt sie alle ab. Das allein ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass das Fehlen einer Hochschule in einer Rangliste nichts über ihre tatsächliche Qualität aussagt.
Diskussionsgrundlage: Sind Hochschulrankings sinnvoll? – Argumente pro und contra im Überblick (MultimodalLernen Deutsch, ca. 4 Min.)
Es gibt nicht das eine Ranking. Je nach Ziel und Betreiber messen die verschiedenen Ranglisten sehr unterschiedliche Dinge. Wer das nicht weiß, vergleicht buchstäblich Äpfel mit Orangen.
Das CHE-Hochschulranking, herausgegeben vom Centrum für Hochschulentwicklung, ist das größte und detaillierteste Ranking im deutschsprachigen Raum. Es bewertet jährlich rund 300 deutsche Hochschulen in mehr als 30 Fächern. Besonders wichtig: Das CHE fragt Studierende direkt nach ihren Erfahrungen mit Lehrqualität, Betreuung und Ausstattung. Es gibt keine Gesamtnote und keinen Platz 1 – stattdessen werden Hochschulen in Gruppen eingeteilt. Das macht einen direkten Vergleich schwieriger, bildet die Realität aber ehrlicher ab.
International bekannt sind vor allem drei Ranglisten: die QS World University Rankings von Quacquarelli Symonds, die Times Higher Education Rankings (THE) und das Shanghai-Ranking (Academic Ranking of World Universities, ARWU), das von der Jiao-Tong-Universität in Shanghai veröffentlicht wird. Das Shanghai-Ranking listet weltweit nur rund 500 Universitäten – wer nicht draufsteht, existiert in diesem System schlicht nicht.
Dazu kommt U-Multirank, ein von der EU-Kommission gefördertes Ranking, das Nutzer:innen erlaubt, eigene Gewichtungen zu setzen. Wer Wert auf internationale Ausrichtung legt, kann dieses Kriterium stärker gewichten als Forschungsoutput. Das klingt sinnvoll – und es ist tatsächlich einer der wenigen nutzerzentrierten Ansätze im Ranking-Ökosystem.
| Ranking | Betreiber | Schwerpunkt | Relevant für |
|---|---|---|---|
| CHE-Ranking | Centrum für Hochschulentwicklung | Lehre, Studienqualität, Studierende-Befragungen | Studienentscheidung |
| QS World University Rankings | Quacquarelli Symonds | Reputation, Internationalität, Zitationen | Internationaler Vergleich, Prestige |
| Times Higher Education | THE | Forschung, Zitationen, Lehre, Industrie | Forschungsinteressierte, Doktoranden |
| Shanghai-Ranking (ARWU) | Jiao-Tong-Universität Shanghai | Nobelpreisträger, Publikationen, Zitationen | Forschungsreputation |
| U-Multirank | EU-Kommission (gefördert) | Mehrdimensional, individuell konfigurierbar | Persönlicher Hochschulvergleich |
Hinter jeder Ranking-Position steckt eine Formel. Die meisten internationalen Rankings gewichten vor allem drei Bereiche: Forschungsoutput, Reputation und Internationalität. Im Einzelnen heißt das:
Forschungsoutput wird in der Regel über die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen und deren Zitationsindex gemessen. Ein hoher Zitationsindex bedeutet, dass andere Wissenschaftler:innen weltweit auf die Arbeit einer Hochschule verweisen. Das Shanghai-Ranking geht noch weiter: Es zählt direkt, wie viele Nobelpreisträger und Gewinner der Fields-Medaille einer Hochschule zugerechnet werden können – als Absolvent:innen oder als aktive Mitglieder. Das bevorzugt zwangsläufig alte, forschungsstarke Universitäten in anglophonen Ländern.
Reputation wird durch Befragungen gemessen: Akademiker:innen weltweit benennen die Hochschulen, die sie für exzellent halten. Arbeitgeber werden gefragt, welche Absolvent:innen sie bevorzugen. Beide Reputationsmessungen haben ein strukturelles Problem: Wer bereits oben steht, wird häufiger genannt – ein klassischer selbstverstärkender Effekt. Hochschulen mit gutem Ranking ziehen mehr Drittmittel und talentierte Forschende an, was das nächste Ranking weiter verbessert.
Internationalität fließt in Form des Anteils ausländischer Studierender und Lehrender ein. Das benachteiligt Hochschulen in nicht-englischsprachigen Ländern strukturell: Eine Universität in Bayern hat es schwerer, internationale Studierende anzuziehen, als eine in London oder Sydney – unabhängig von der tatsächlichen Lehrqualität.
Das CHE-Ranking arbeitet anders. Hier werden Studierende per Fragebogen befragt: Wie bewerten sie die Betreuung durch Lehrende? Wie ist die Bibliotheksausstattung? Wie hoch ist die Studienabbruchquote? Diese Kriterien bilden den Alltag im Studium deutlich besser ab als Nobelpreis-Zählungen.
Ranking-Kriterien im Kontext: Pro- und Contra-Argumente für Hochschulrankings (MultimodalLernen Deutsch, ca. 4 Min.)
Die Schwächen von Hochschulrankings sind nicht zufällig – sie sind strukturell. Wer das versteht, kann Rankings besser einordnen.
Fachhochschulen werden systematisch benachteiligt. Die meisten internationalen Rankings basieren zu einem großen Teil auf Forschungsoutput. Fachhochschulen haben einen anderen gesetzlichen Auftrag: Sie sollen praxisnah ausbilden, nicht primär forschen. Ihre Absolvent:innen sind auf dem Arbeitsmarkt oft sehr gefragt – das bildet sich in gängigen Rankings kaum ab. Eine Fachhochschule, die ihre Studierenden hervorragend auf den Beruf vorbereitet, landet in QS oder Shanghai schlicht nicht auf den vorderen Plätzen, weil die dafür relevanten Kriterien im Ranking schlicht nicht vorkommen.
Kleine Spezialhochschulen fehlen ganz. Kunsthochschulen, Musikhochschulen und Designakademien tauchen in globalen Rankings so gut wie nicht auf. Das sagt über ihre Qualität gar nichts aus. Es sagt nur, dass ihre Leistung mit den verwendeten Kriterien nicht gemessen werden kann.
Englischsprachige Publikationen werden bevorzugt. Viele Rankings zählen Publikationen in internationalen Fachzeitschriften. Wer auf Deutsch publiziert – relevant etwa in Rechtswissenschaften, Germanistik oder Teilen der Sozialwissenschaften – wird systematisch unterschätzt. Deutschsprachige Forschung ist in diesen Datenbanken unterrepräsentiert, unabhängig von ihrer tatsächlichen Qualität.
Rankings messen Vergangenheit, nicht Gegenwart. Ein Nobelpreis, der vor zwanzig Jahren vergeben wurde, verbessert noch heute das Shanghai-Ranking einer Universität. Das sagt wenig darüber aus, ob diese Hochschule heute ein guter Studienort ist.
Es lohnt sich, bei der Studienplanung auch weitere Aspekte zu berücksichtigen, die in Rankings nicht auftauchen: Studienkosten und Finanzierungsmöglichkeiten etwa. Wer wissen will, welche Unterstützung es gibt, findet auf unserer Seite zur Studienfinanzierung einen umfassenden Überblick – von Stipendien bis Kredit. Auch das Thema BAföG spielt für viele Studierende eine zentrale Rolle bei der Wahl des Studienortes.
Im QS-Ranking gehört die Technische Universität München regelmäßig zu den bestplatzierten deutschen Hochschulen und erreicht Platzierungen im vorderen Drittel der weltweiten Top 50. Die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Universität Heidelberg folgen. Im Shanghai-Ranking sieht das Bild ähnlich aus: Forschungsstarke Volluniversitäten dominieren.
Was diese Zahlen nicht zeigen: Im internationalen Vergleich schneiden viele deutsche Hochschulen in Rankings schlechter ab, als ihre tatsächliche Lehrqualität vermuten lässt. Das liegt an den bereits genannten Strukturproblemen – nicht daran, dass an deutschen Hochschulen schlechter studiert oder gelehrt wird.
Wer ein Auslandssemester plant, sollte Rankings übrigens nicht als einzige Grundlage nehmen. Wichtiger sind oft: Partnerschaftsabkommen der Heimathochschule, Anerkennung von Studienleistungen, Kosten vor Ort und Sprachkenntnisse.
Rankings sind kein Orakel. Sie sind ein Werkzeug – und wie jedes Werkzeug muss man wissen, wofür es taugt. Die folgende Checkliste hilft dir, Rankings richtig einzusetzen:
Es gibt ein bekanntes Prinzip in der Sozialwissenschaft, das auf den Ökonomen Charles Goodhart zurückgeht: Sobald ein Maß zum Ziel wird, hört es auf, ein gutes Maß zu sein. Auf Hochschulrankings angewendet bedeutet das: Hochschulen, die ihr Ranking verbessern wollen, passen ihr Verhalten an die Messkriterien an – nicht unbedingt an das, was Studierenden oder der Gesellschaft nutzt.
Konkrete Beispiele: Hochschulen reduzieren die Anzahl zugelassener Studierender, um das Betreuungsverhältnis zu verbessern. Forschende werden angehalten, in bestimmten indexierten Zeitschriften zu publizieren, unabhängig davon, ob das inhaltlich sinnvoll ist. Internationale Kooperationen werden aufgebaut, die primär der Internationalitäts-Kennzahl dienen, nicht dem Erkenntnisgewinn.
Das bedeutet nicht, dass Rankings wertlos sind. Es bedeutet, dass sie mit Vorsicht interpretiert werden müssen – und dass Hochschulen, die aktiv an Rankings arbeiten, nicht zwangsläufig bessere Lehrorte werden.
Apropos Werkzeuge für das Studium: Wer herausfinden möchte, wie sich neue Technologien auf das Studieren auswirken, findet auf unserer Seite zu KI im Studium aktuelle Informationen. Und wer im Studium beim Budget sparen will, findet bei den Studentenrabatten praktische Tipps.
Kritische Perspektive: Grenzen von Hochschulrankings und Alternativen zur Studienorientierung (MultimodalLernen Deutsch, ca. 4 Min.)
Hochschulrankings sind nützlich, wenn man weiß, was sie messen – und ehrlich, wenn man akzeptiert, was sie nicht messen können. Kein Ranking erfasst, ob du an einer bestimmten Hochschule einen guten Professor triffst, der dein Denken verändert. Kein Algorithmus misst, ob die Studienstadt zu deinem Lebensstil passt. Keine Tabelle zeigt dir, ob der Studiengang inhaltlich zu deinen Interessen passt.
Für Studieninteressierte in Deutschland ist das CHE-Ranking in der Regel der sinnvollste Ausgangspunkt: Es ist fachspezifisch, auf Deutsch verfügbar, kostenlos und bewertet genau das, was im Studienalltag zählt – Lehrqualität, Betreuung, Ausstattung. Internationale Rankings sind dann relevant, wenn du Forschungskarriere oder internationale Mobilität planst.
Die eigentliche Aufgabe bei der Studienentscheidung ist nicht, die bestplatzierte Hochschule zu finden. Sie ist, die Hochschule zu finden, die am besten zu dir passt. Das kann die TU München sein. Es kann aber genauso gut eine Fachhochschule in einer mittelgroßen Stadt sein, die in keinem globalen Ranking auftaucht – und trotzdem genau das bietet, was du brauchst.