Fördervertrag (Grant Agreement) unterzeichnen — erste Stipendiumsrate kommt vor Abreise (70–80%).
Erasmus + BAföG kombinieren
Wer BAföG bekommt, hat im Ausland oft mehr Geld als zuhause
Beispielrechnung: Erasmus-Semester in Spanien
Erasmus-Stipendium Gruppe 2500 €/Mo
BAföG-Grundbetrag (Inland)600 €/Mo
Auslands-BAföG-Zuschlag EU+ 206 €/Mo
Mietkosten (Madrid WG)− 500 €/Mo
Verbleibend für Leben~806 €/Mo
Wichtig: Das Erasmus-Stipendium wird seit 2016 nicht auf BAföG angerechnet. Du bekommst beides voll. Auslands-BAföG beantragst du beim Studentenwerk mit Immatrikulationsbescheinigung der Gasthochschule.
Was kostet Erasmus wirklich?
Kosten und Ersparnisse im Vergleich
Keine Studiengebühren an Gasthochschule
Größte Ersparnis — manche Gaststudium-Gebühren sind 10k+ €/Jahr
Wohnheim-Priorität
Viele Hochschulen bieten Erasmus-Studierenden günstige Wohnheimplätze an
Flug
Je nach Land 50–400 € (Gruppe 1/3 = Pauschale für Reisebeihilfe)
Krankenversicherung
Deine deutsche KV gilt in der EU über EHIC — kostenlos beantragen
Lebenshaltung
Je nach Land 20–60% günstiger als Deutschland
Top-Erasmus-Ziele für deutsche Studierende
Die beliebtesten Länder — mit Links zu den Länder-Guides
Interne IO-Fristen sind oft 12 Monate vor Abreise. Wer wartet, bekommt schlechtere Partnerhochschule oder gar keinen Platz. → International Office kontaktieren
Learning Agreement sorgfältig ausfüllen
Lieber 3 Kurse sicher anrechnen als 8 Kurse riskieren. Änderungen im Ausland möglich (LA-Änderungen). Alles zum Auslandssemester →
Erasmus-Stipendium + BAföG kombinieren
Auslands-BAföG beantragen — der Zuschlag wird nicht auf das Erasmus-Stipendium angerechnet seit 2016.
EHIC-Karte beantragen
European Health Insurance Card über deine Krankenkasse — kostenlos und deckt EU-Länder ab. KV im Studium →
Erasmus-Community beitreten
ESN (Erasmus Student Network) bietet Events, Stadtführungen und Buddy-Programme in fast jeder Stadt.
Wohnheimplatz früh anmelden
Gasthochschulen reservieren oft Plätze für Erasmus-Studierende — aber Fristen sind kurz. → Wohnen im Studium
Sprachkurs vor der Abreise
OLS (Online Linguistic Support) kostenlos nutzen. Auch 3 Monate App-Lernen macht einen großen Unterschied.
Erasmus Semester — Realitätscheck von Studierenden
DAAD — Studieren weltweit: echte Erfahrungen von Erasmus-Studierenden
Erasmus+ — häufige Fragen
Was ist Erasmus+ und wer kann teilnehmen? +
Erasmus+ ist das EU-Förderprogramm für Bildung und Jugend. Für Studierende gibt es zwei Hauptformate: Erasmus Studium (SMS) — ein Auslandssemester an einer Partnerhochschule (3–12 Monate) und Erasmus Praktikum (SMP) — ein Auslandspraktikum bei einem Unternehmen (2–12 Monate). Teilnehmen können Studierende aller Hochschulen, die eine Erasmus-Charta (ECHE) haben — das sind fast alle deutschen Uni und FH. Voraussetzung: Mindestens 1 absolviertes Semester, Immatrikulation während des Auslandsaufenthalts. Planung und Alternativen: Auslandssemester-Guide →
Wie viel Erasmus-Stipendium bekomme ich? +
Das Erasmus-Stipendium (2024-2027) richtet sich nach dem Zielland: Gruppe 1 (hohe Kosten): Dänemark, Finnland, Island, Irland, Luxemburg, Norwegen, Schweden, Schweiz, UK — 600 €/Monat Studium, 750 €/Monat Praktikum. Gruppe 2 (mittel): Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Tschechien, Polen u.a. — 500 €/Monat Studium, 600 €/Monat Praktikum. Gruppe 3 (günstig): Rumänien, Bulgarien, Kosovo, Türkei, Nordmazedonien u.a. — 400 €/Monat Studium, 450 €/Monat Praktikum. Das Stipendium ist NICHT zurückzuzahlen und steuerfrei. Kombinierbar mit BAföG und Stipendien.
Brauche ich für Erasmus einen Sprachnachweis? +
Für die Zulassung zum Erasmus-Programm ist kein formaler Sprachnachweis zwingend erforderlich — viele Hochschulen setzen aber Grundkenntnisse voraus. Das EU-Tool Online Linguistic Support (OLS) bietet vor dem Aufenthalt kostenlose Sprachtests und Kurse an. Für Kurse auf Englisch reicht oft B2-Niveau (nachweisbar z.B. durch Schulabschluss). Für ländersprachige Kurse (z.B. auf Spanisch in Madrid) solltest du mindestens B1 mitbringen. Tipp: Viele beliebte Erasmus-Hochschulen bieten englischsprachige Kurse an. Zur Vorbereitung: Auslandssemester Checkliste →
Wie bewerbe ich mich für Erasmus? +
Die Bewerbung läuft über das International Office (IO) deiner Heimathochschule — nicht direkt bei der Gasthochschule. Schritt 1: Partnerhochschulen auf der IO-Website recherchieren. Schritt 2: Interne Bewerbung bei deinem IO (Frist meist Herbst für WiSe, Frühjahr für SoSe — 6 Monate vorher!). Schritt 3: Nach Nominierung Bewerbung bei der Gasthochschule. Schritt 4: Learning Agreement ausfüllen (Kurse abgestimmt). Schritt 5: Visa/Krankenversicherung organisieren. Schritt 6: Abreise. Wichtig: Fristen sind hochschulspezifisch — immer beim IO nachfragen! Allgemeine Bewerbungstipps: Bewerbungs-Guide →
Kann ich Erasmus mit BAföG kombinieren? +
Ja — und das ist einer der größten Vorteile! Wer BAföG empfängt, bekommt während Erasmus einen Auslands-BAföG-Zuschlag: Bei einem Auslandssemester in der EU erhöht sich der BAföG-Satz um 206–844 € je nach Land und Situation. Das Erasmus-Stipendium wird dabei nicht auf das BAföG angerechnet (seit 2016!). Du kannst also z.B. 500 € Erasmus-Stipendium + 992 € BAföG = fast 1.500 €/Monat bekommen. Antrag: Beim Studentenwerk mit Immatrikulationsbescheinigung der Gasthochschule. Mehr dazu: BAföG-Guide →
Was ist ein Learning Agreement und wozu brauche ich es? +
Das Learning Agreement (LA) ist ein Dokument, in dem du vor dem Aufenthalt mit deiner Heimhochschule und der Gasthochschule vereinbarst, welche Kurse du im Ausland belegst — und wie sie in Deutschland angerechnet werden. Das LA schützt dich: Wenn du die vereinbarten Kurse bestehst, muss die Heimhochschule sie anerkennen. Änderungen im Ausland sind möglich (Changes to the Learning Agreement), müssen aber von beiden Seiten unterzeichnet werden. Tipp: Realistisch planen — lieber 2 Kurse sicher anrechnen lassen als 8 Kurse riskieren. Mehr zur Planung: Auslandssemester vorbereiten →
Wie lange kann ich für Erasmus ins Ausland? +
Für ein Erasmus-Studium: mindestens 3 Monate, maximal 12 Monate pro Studiengang. Für ein Erasmus-Praktikum: mindestens 2 Monate, maximal 12 Monate. Wichtig: Pro Studiengang (Bachelor/Master/Promotion) gibt es insgesamt maximal 12 Monate Erasmus-Förderung — Studium und Praktikum zusammen. Wer also 6 Monate Studium gemacht hat, kann danach noch 6 Monate Praktikum fördern lassen. Das Kontingent gilt pro Studienstufe — ein Master-Studium → gibt wieder volle 12 Monate Erasmus-Anspruch.
Was ist der Unterschied zwischen Erasmus Studium und Erasmus Praktikum? +
Beim Erasmus Studium (SMS) belegst du Kurse an einer Partnerhochschule im Ausland — mit Stipendium + Auslands-BAföG, ECTS werden angerechnet, keine Gasthochschul-Studiengebühren. Beim Erasmus Praktikum (SMP) machst du ein Praktikum bei einem Unternehmen, einer NGO oder Behörde im EU-Ausland — das Stipendium ist 50–150 €/Monat höher als beim Studium (je nach Zielland-Gruppe), du kannst auch ohne Partnerhochschule teilnehmen (Selbstfindung möglich), kein Learning Agreement nötig (nur Grant Agreement). Beide: kein Visa nötig innerhalb der EU. Mehr zum Auslandspraktikum →
Welche Länder sind am beliebtesten für Erasmus? +
Die Top-5 Ziellander für deutsche Erasmus-Studierende: 1. Spanien (Lebensqualität, Wetter, Partnernetze), 2. Niederlande (Englischkurse, Organisation), 3. Schweden (Nachhaltigkeit, Work-Life-Balance), 4. Frankreich (Kultur, Küche, Sprache), 5. Portugal (günstig, warm, Lisabon-Hype). Emerging: Irland (Englisch, Tech-Hub), Dänemark (Design, Wohlfahrt), Polen (günstig, historisch reich). Unbedingt eigene Vorlieben prüfen — Klima, Sprache, Fachrichtung und Partnerschaftsnetz der eigenen Hochschule bestimmen maßgeblich die Wahl. Alle Optionen: Auslandsstudium-Guide →
Nächste Schritte
Alles was du für dein Erasmus-Auslandsjahr brauchst
Erasmus Auslandssemester: Alles über Bewerbung, Kosten und Förderung
Ein Semester im europäischen Ausland zu studieren gehört für viele Studierende zu den prägendsten Erfahrungen des Studiums. Das Erasmus+-Programm der Europäischen Union macht das seit Jahrzehnten möglich – mit finanzieller Förderung, akademischer Anerkennung und einem Netzwerk, das weit über das Studium hinausreicht. Dieser Artikel erklärt, wie das Programm funktioniert, was es kostet, wie hoch die Förderung ausfällt und wie du dich Schritt für Schritt bewirbst.
Was Erasmus+ ist und wie das Programm funktioniert
Erasmus+ ist das Bildungsprogramm der Europäischen Union für Mobilität und Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Im Hochschulbereich ermöglicht es Studierenden, ein oder zwei Semester an einer Partnerhochschule im Ausland zu studieren – ohne Studiengebühren an der Gasthochschule zahlen zu müssen. Die eigene Hochschule bleibt eingeschrieben, die erbrachten Leistungen werden über ein sogenanntes Learning Agreement anerkannt.
Grundvoraussetzung ist, dass deine Heimathochschule einen gültigen Erasmus+-Interinstitutional Agreement mit der Zielhochschule abgeschlossen hat. Diese Partnerschaften existieren zwischen Tausenden von Hochschulen quer durch Europa und darüber hinaus. Das bedeutet konkret: Nicht jede Traumuni ist automatisch als Erasmus-Ziel verfügbar – du kannst nur an Hochschulen gehen, mit denen dein Fachbereich oder deine Hochschule offiziell kooperiert.
Die Mindestdauer eines Erasmus-Auslandsaufenthalts beträgt drei Monate, die maximale Förderungsdauer liegt bei zwölf Monaten pro Studienabschnitt. In der Praxis dauern die meisten Erasmus-Semester zwischen fünf und sechs Monaten – also in etwa ein reguläres Semester. Wichtig: Das Erasmus-Budget pro Person ist auf insgesamt zwölf Monate pro Studienphase (Bachelor, Master, Promotion) begrenzt.
Erasmus-Förderung: Wie viel Geld bekommst du wirklich?
Die finanzielle Förderung durch Erasmus+ ist eine monatliche Pauschale, deren Höhe vom Zielland abhängt. Die EU teilt die Partnerländer in drei Gruppen ein – je nach allgemeinem Preisniveau. Die Förderbeträge werden regelmäßig angepasst; die folgenden Werte entsprechen dem aktuellen Stand:
Ländergruppe
Beispielländer
Monatliche Förderung
Gruppe 1 (hohe Lebenshaltungskosten)
Dänemark, Finnland, Island, Irland, Luxemburg, Schweden, Liechtenstein, Norwegen
~600 €/Monat
Gruppe 2 (mittlere Lebenshaltungskosten)
Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Spanien, Portugal
Studierende mit Behinderung, geringem Einkommen (Top-Up)
individuell, auf Antrag
Diese Förderung ist keine vollständige Kostendeckung, sondern ein Zuschuss. Bei einem fünfmonatigen Aufenthalt in Spanien erhältst du beispielsweise rund 2.700 Euro. Das klingt nach viel, reicht in Städten wie Barcelona oder Madrid allein für Miete und Lebenshaltung aber oft nicht vollständig aus. Wer zusätzliche Unterstützung benötigt, kann parallel BAföG beantragen – Erasmus-Förderung und BAföG lassen sich kombinieren, wobei das Auslands-BAföG oft höher ausfällt als das Inland-BAföG.
Studierende mit Kind, nachgewiesener Behinderung oder besonderem Förderbedarf können einen sogenannten Top-Up beantragen. Dieser zusätzliche Betrag wird von der Nationalagentur geprüft und individuell festgelegt. Es lohnt sich also, frühzeitig das International Office der eigenen Hochschule auf diese Möglichkeiten anzusprechen.
Einen vollständigen Überblick über alle Wege der Studienfinanzierung – von Stipendien über Nebenjobs bis zu Studienkrediten – findest du in unserem gesonderten Ratgeber.
Reale Kosten eines Erasmus-Semesters im Überblick
Wer ein Auslandssemester plant, sollte nicht nur die Förderung im Blick haben, sondern frühzeitig einen realistischen Kostenplan aufstellen. Die tatsächlichen Ausgaben variieren stark nach Zielland, Stadt und persönlichem Lebensstil. Folgende Kostenpunkte solltest du einkalkulieren:
Unterkunft: Der größte Kostenfaktor. In Westeuropa liegen WG-Zimmer je nach Stadt zwischen 400 und 900 Euro pro Monat, in Osteuropa oft deutlich darunter.
Lebenshaltungskosten: Lebensmittel, Verkehr, Freizeitaktivitäten – je nach Land zwischen 300 und 600 Euro monatlich.
Krankenversicherung: Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) bist du in EU-Ländern abgesichert, dennoch empfiehlt sich eine Auslandskrankenversicherung als Ergänzung.
Anreise: Einmalige Kosten für Flug, Zug oder Fernbus – je nach Zielland zwischen 50 und 500 Euro.
Studiengebühren: An der Gasthochschule fallen keine Studiengebühren an, wohl aber eventuell Verwaltungsgebühren oder Beiträge zum Studierendenwerk.
Sprachkurs: Viele Hochschulen bieten kostenlose oder günstige Sprachkurse für Erasmus-Studierende an.
Unter dem Strich solltest du für ein fünfmonatiges Semester je nach Zielland zwischen 4.000 und 8.000 Euro Gesamtkosten einplanen – wobei die Erasmus-Förderung einen Teil davon abdeckt. In günstigeren Ländern wie Polen oder Portugal lässt sich das Budget deutlich niedriger halten.
Warum ein Erasmus-Semester mehr ist als nur Studium
Die akademische Erfahrung ist nur ein Teil dessen, was ein Erasmus-Semester ausmacht. Wer ein Semester im Ausland verbringt, trainiert Fähigkeiten, die im regulären Studienalltag selten so intensiv gefordert werden: Problemlösung in unbekannter Umgebung, sprachliche Anpassungsfähigkeit, interkulturelle Kommunikation und Selbstorganisation.
Besonders der soziale Aspekt wird von vielen Erasmus-Alumni als prägend beschrieben. Durch das strukturierte Netzwerk des Programms treffen Studierende aus ganz Europa und darüber hinaus aufeinander – in studentischen Wohnheimen, bei Orientierungsveranstaltungen und über die Erasmus Student Network (ESN)-Community. Diese Kontakte halten oft deutlich länger als das Semester selbst.
Für den Lebenslauf sind Auslandserfahrungen ein klar wahrnehmbares Signal an Arbeitgeber: Du bist bereit, dich in neue Umgebungen einzufinden, und hast das nachweislich getan. Gerade in internationalen Branchen und im öffentlichen Sektor gilt ein Erasmus-Aufenthalt als relevante Zusatzqualifikation.
Auch für das Studium selbst kann ein Auslandssemester neue Impulse setzen. An vielen europäischen Hochschulen gibt es Lehrveranstaltungen, die in Deutschland in dieser Form nicht existieren – andere didaktische Methoden, stärker projektorientiertes Arbeiten oder fachliche Schwerpunkte, die an der Heimathochschule fehlen. Wer außerdem lernen möchte, wie KI im Studium international eingesetzt wird, findet an vielen ausländischen Universitäten bereits integrierte Angebote dazu.
Schritt für Schritt zur Erasmus-Bewerbung
Der Bewerbungsprozess für Erasmus+ ist an jeder Hochschule leicht unterschiedlich organisiert, folgt aber einem gemeinsamen Grundmuster. Die folgenden Schritte gelten für die Mehrheit der deutschen Hochschulen:
Informationsveranstaltung besuchen: Das International Office deiner Hochschule bietet in der Regel einmal pro Semester eine Infoveranstaltung zu Erasmus+ an. Dort erfährst du, welche Partnerhochschulen für deinen Fachbereich verfügbar sind.
Partnerhochschule auswählen: Prüfe, welche Kurse an der Zielhochschule auf dein Studium anrechenbar sind. Das Learning Agreement muss vor Abreise von dir, deiner Heimathochschule und der Gasthochschule unterschrieben werden.
Interne Bewerbung einreichen: Viele Hochschulen haben mehr Interessenten als Erasmus-Plätze. Du bewirbst dich zunächst intern – meist mit Motivationsschreiben, Notenübersicht und Sprachnachweisen.
Nominierung und externe Bewerbung: Nach interner Zusage nominiert dich deine Hochschule bei der Gasthochschule. Dort füllst du ein eigenes Bewerbungsformular aus.
Learning Agreement abschließen: Lege gemeinsam mit deinem Fachbereich fest, welche Kurse du im Ausland belegen und wie sie angerechnet werden. Dieses Dokument ist verbindlich – Änderungen während des Aufenthalts sind möglich, müssen aber von allen Seiten genehmigt werden.
Förderantrag stellen: Nach der Zusage erhältst du Informationen zur Erasmus-Förderung. Du unterzeichnest einen Grant Agreement und gibst deine Bankdaten an. Ein Teil der Förderung wird vor Abreise ausgezahlt, der Rest nach Rückkehr.
Unterkunft und Versicherung organisieren: Viele Gasthochschulen haben Wohnheimplätze für Erasmus-Studierende – diese sind aber oft begrenzt und sollten früh beantragt werden.
Abschlussbericht einreichen: Nach dem Aufenthalt musst du einen Online-Bericht über deine Erfahrungen einreichen. Das ist Voraussetzung für die Restzahlung der Förderung.
Die Bewerbungsfristen für das Wintersemester liegen an den meisten deutschen Hochschulen zwischen Januar und März. Für das Sommersemester sind die Fristen häufig im September oder Oktober. Wer zu spät beginnt, verpasst oft die Möglichkeit – daher gilt: mindestens ein Jahr vor dem geplanten Aufenthalt mit der Planung starten.
Erasmus Mundus: Das internationale Vollstipendium für Masterstudierende
Neben dem klassischen Erasmus+-Programm existiert mit Erasmus Mundus ein eigenständiges, deutlich exklusiveres Förderprogramm. Es richtet sich an Masterstudierende aus aller Welt – auch aus Ländern außerhalb der EU – und finanziert ganze Masterstudiengänge an mehreren europäischen Partnerhochschulen.
Die Fördersumme bei Erasmus Mundus liegt deutlich über dem, was das reguläre Erasmus+-Programm bietet. Für internationale Bewerber – etwa aus Indien, wo das Programm sehr populär ist – kann die Gesamtförderung umgerechnet rund 30 Lakh Rupien betragen, was etwa 33.000 Euro entspricht. Monatliche Stipendienanteile von rund 1.25 Lakh Rupien (ca. 1.375 Euro) sind dabei möglich. Diese Zahlen gelten für Vollstipendien nicht-europäischer Studierender und sind nicht auf das Standard-Erasmus-Semester europäischer Studierender übertragbar.
Erasmus Mundus-Programme dauern in der Regel ein bis zwei Jahre, werden an mindestens zwei europäischen Hochschulen absolviert und schließen mit einem gemeinsamen oder doppelten Abschluss ab. Die Wettbewerbsintensität ist erheblich: Bewerbungen kommen weltweit, die Aufnahmequoten sind gering, und sprachliche sowie akademische Anforderungen sind hoch.
Für deutsche Studierende, die einen internationalen Master anstreben und an mehreren europäischen Hochschulen studieren möchten, ist Erasmus Mundus eine reale Option – allerdings müssen dafür die Sprachkenntnisse, akademischen Leistungen und ein überzeugend begründetes Forschungsinteresse stimmen. Eine Bewerbung beim DAAD oder direkt über die jeweiligen Programmwebseiten ist der erste Schritt.
Tipps für einen erfolgreichen Erasmus-Aufenthalt
Viele Studierende berichten im Rückblick, dass die Vorbereitung entscheidend für die Qualität des Aufenthalts war. Ein paar Punkte, die sich in der Praxis bewährt haben:
Sprachkenntnisse vor Abreise auffrischen: Auch wenn viele Erasmus-Kurse auf Englisch angeboten werden, erleichtert ein Grundwortschatz in der Landessprache den Alltag enorm – beim Wohnungssuchen, im Supermarkt, beim Arztbesuch. Viele Hochschulen bieten kostenlose oder günstige Online-Sprachkurse über die OLS-Plattform (Online Linguistic Support) des Erasmus+-Programms an.
Das Learning Agreement ernst nehmen: Was im Learning Agreement steht, muss im Ausland studiert werden – oder muss per Amendment geändert werden. Wer spontan Kurse wechselt ohne Genehmigung, riskiert, dass Leistungen nicht anerkannt werden.
Lokale SIM-Karte besorgen: Im EU-Ausland gilt zwar Roaming-Freiheit für EU-Tarife, aber eine lokale Karte ist oft günstiger und verlässlicher. Manche Anbieter haben spezielle Studentenangebote – hier lohnt sich ein Blick auf verfügbare Studentenrabatte.
Dokumentation nicht vergessen: Quittungen aufbewahren, Bankbelege sichern, alle Dokumente im Original und als Scan aufbewahren. Im Zweifelsfall kann die Hochschule Nachweise verlangen.
Netzwerk aktiv nutzen: Die ESN (Erasmus Student Network)-Gruppe der Gasthochschule organisiert Events, Ausflüge und gegenseitige Hilfe. Wer sich dort einbringt, baut schnell ein Netzwerk auf und lernt die Stadt und das Land besser kennen.
Ein Erasmus-Semester ist logistisch aufwendiger als ein reguläres Semester zu Hause. Wer den Aufwand unterschätzt, kann sich in der Startphase überfordert fühlen. Mit guter Vorbereitung – Unterkunft vor Abreise gesichert, Learning Agreement abgeschlossen, Finanzen geregelt – ist das jedoch gut handhabbar.
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