Versteckte Mathe-Anteile — Vorsicht bei diesen Fächern:
! Psychologie — Statistik I+II Pflicht
! BWL / VWL — Mathe-Grundlagen Pflicht
! Geographie — Statistik + GIS
! Soziologie — Statistik-Grundmodul
! Kommunikationswiss. — Methoden
! Gesundheitswiss. — Biometrie
Mathe-freies Fach finden
Was interessiert dich? Wähle deinen Bereich — wir zeigen dir mathe-freie Optionen.
Deine mathe-freien Optionen:
Mathe-Schwäche ist kein Schicksal
In Deutschland gibt es über 22.000 Studiengänge. Ein großer Teil davon kommt ohne Mathematik aus. Das Problem: Die Studienberatung erwähnt das selten, weil Mathe als universal gilt.
Jura zum Beispiel ist vollständig mathe-frei — und einer der angesehensten akademischen Abschlüsse Deutschlands. Dasselbe gilt für Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften, alle Geisteswissenschaften und Kunstfächer.
Gut zu wissen: Viele mathe-freie Fächer sind NC-frei oder haben niedrige NC-Grenzen — also leichter zugänglich als MINT-Fächer.
Wie viel Mathe steckt wirklich in deinem Studiengang?
Dr. Daniel Hunold (Motiviert Studiert) zeigt per "Mathe-Ampel" welche Fächer wirklich mathe-frei sind:
Top 10 mathe-freie Studiengänge mit guten Perspektiven
Sortiert nach Jobaussichten — alle ohne ein einziges Mathe-Modul.
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Studiengang
Abschluss
Einstiegsgehalt
NC nötig?
1
Jura / Rechtswissenschaften
1. Jurist. Staatsexamen
38.000–52.000 €
Ja (2,0–2,5)
2
Soziale Arbeit
B.A. (staatl. anerkannt)
32.000–42.000 €
Häufig NC-frei
3
Lehramt Deutsch/Geschichte
Staatsexamen/Master
38.000–48.000 € (Beamte)
Ja (je Fach)
4
Erziehungswissenschaften
B.A. / M.A.
30.000–42.000 €
Häufig NC-frei
5
Kommunikationswiss.
B.A. / M.A.
30.000–44.000 €
Variiert
6
Germanistik
B.A. / M.A.
28.000–40.000 €
Meist NC-frei
7
Politikwissenschaft
B.A. / M.A.
32.000–46.000 €
Meist NC-frei
8
Geschichte
B.A. / M.A.
28.000–40.000 €
NC-frei
9
Philosophie
B.A. / M.A.
28.000–38.000 €
NC-frei
10
Theaterwiss. / Kulturwiss.
B.A. / M.A.
26.000–38.000 €
NC-frei
Häufige Fragen
Welche Studiengänge gibt es wirklich ohne Mathe?+
Viele Studienrichtungen kommen komplett ohne Mathe aus: Rechtswissenschaften (Jura), Germanistik, Geschichte, Philosophie, Theologie, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaften, Anglistik und fast alle Sprach- und Kulturwissenschaften. In diesen Fächern wirst du im gesamten Studium keine einzige Mathe-Klausur schreiben. Passenden Studiengang finden: Studienfinder →
Gibt es Mathe-freie Studiengänge mit guten Jobaussichten?+
Ja — Jura führt direkt in Anwaltschaft, Richtertum oder Unternehmensjustiz (Einstiegsgehalt ab 40.000 €). Soziale Arbeit hat Vollbeschäftigung und steigende Gehälter. Kommunikationswissenschaften öffnen Türen in PR, Marketing und Medien. Pädagogik/Lehramt ist staatlich abgesichert. Das fehlende Mathe ist kein Karriere-Nachteil — wenn du das richtige Fach wählst. Was Absolventen wirklich verdienen: Gehalt nach dem Studium →
Ist Psychologie ein Studium ohne Mathe?+
Nein — Psychologie hat Statistik-Pflichtmodule (Methoden, Statistik I & II) im Bachelor. Das ist angewandte Statistik, kein reines Mathe — aber du kommst an Zahlen nicht vorbei. Wenn du ohne Zahlen studieren willst: Erziehungswissenschaften, Soziologie oder Soziale Arbeit sind bessere Alternativen. Viele dieser Fächer sind zudem zulassungsfrei: NC-freie Studiengänge →
Kann ich Jura studieren ohne Mathe zu können?+
Ja — Jura hat keinerlei Mathe-Pflichtmodule. Das gesamte Studium besteht aus juristischen Texten, Gesetzen, Gutachten und Argumentation. Logisches Denken ist wichtig, aber das hat nichts mit Algebra oder Analysis zu tun. Jura ist einer der wenigen Studiengänge mit echtem Mathe-freiem Prestige. Zum Numerus Clausus: NC-Fächer erklärt →
Was ist mit BWL — ist das auch ohne Mathe?+
Nein — BWL hat Statistik und oft Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler als Pflichtfach. Auch VWL hat intensive Mathe-Anteile. Wenn du im Bereich Wirtschaft ohne Mathe bleiben möchtest: Wirtschaftsrecht oder bestimmte Management-FH-Programme haben geringere Mathe-Anforderungen. Sprich vorher mit der Hochschule. Dabei hilft auch der Vergleich FH vs. Uni →
Hat man als Mathe-Schwäche Nachteile im Studium?+
Nicht in den richtigen Fächern. In Geisteswissenschaften, Jura, Sozialwissenschaften zählen Lese- und Schreibkompetenz, analytisches Denken und Ausdrucksstärke. Mathe-Schwäche ist hier irrelevant. Probleme entstehen nur, wenn du dich für ein Fach mit versteckten Mathe-Anteilen entscheidest (z.B. Psychologie, BWL, Geographie). Nutze unseren Finder, um sichere Fächer zu finden. Bei weiterer Unsicherheit hilft eine Studienberatung →
Gibt es NC-freie Studiengänge ohne Mathe?+
Ja, viele. Geisteswissenschaftliche Fächer wie Germanistik, Geschichte, Philosophie, Theologie oder Regionalwissenschaften sind häufig NC-frei und komplett mathe-frei. Eine vollständige Liste findest du unter NC-freie Studiengänge →
Kann ich ohne Mathe Informatik oder Medizin studieren?+
Nein — Informatik ist intensiv mathe-geprägt (Diskrete Mathematik, Analysis, Lineare Algebra). Medizin hat Biometrie/Statistik als Pflichtfach. Diese Fächer sind für Mathe-Vermeider ungeeignet. Alternativen: Medizininformatik in Teilbereichen, Pflegewissenschaften (kein Mathe), Gesundheitsmanagement (wenig Mathe). Wer unsicher ist, ob Studium oder Ausbildung besser passt: Ausbildung vs. Studium →
Gibt es duales Studium ohne Mathe?+
Ja — duales Studiengänge in Sozialer Arbeit, Kommunikation, Öffentlicher Verwaltung und Jura (Verwaltungswissenschaft) kommen ohne Mathematik-Pflichtmodule aus. Vorteil: Du verdienst während des Studiums (800–1.200 €/Monat Ausbildungsvergütung) und hast sofort einen Praxispartner. Besonders im öffentlichen Dienst (Verwaltungsfachhochschulen) gibt es viele mathe-freie duale Programme. Worauf du achten musst: Das Unternehmen stellt die Studiengebühren und bestimmt mit, welche Hochschule. Alles zum Thema: Duales Studium erklärt →
Brauche ich an einer FH weniger Mathe als an der Uni?+
Kommt auf das Fach an — aber tendenziell ja: FH-Studiengänge sind praxisorientierter und haben in manchen Bereichen (z.B. Sozialwesen, Design, Kommunikation) deutlich weniger theoretisches Mathe als vergleichbare Uni-Programme. BWL an einer FH hat aber immer noch Statistik-Grundlagen. Entscheidend ist das Modulhandbuch des jeweiligen Studiengangs — nicht die Hochschulart. Faustregel: Geisteswissenschaften, Soziales und Rechtsfächer sind überall (FH und Uni) mathe-frei. Was sonst für eine FH spricht: FH oder Uni — Der Vergleich →
Welche Studiengänge brauchen wenig Mathe — nicht null, aber kaum?+
Wenn du Mathe zwar beherrschst, aber es auf ein Minimum reduzieren willst: Kommunikationswissenschaft — nur grundlegende Statistik. Pädagogik/Erziehungswissenschaft — Forschungsmethoden mit Statistikanteil, aber überschaubar. Gesundheitsmanagement — BWL-Mathe light. Mediendesign — kaum Mathe. Sportwissenschaft — Biomechanik hat Physik, aber kein Ingenieur-Mathe. Geographie/Kulturwissenschaft — Statistik ja, höhere Mathematik nein. Generell gilt: In allen Fächern, die Empirie oder Forschungsmethoden haben, kommt etwas Statistik vor — das ist aber eine andere Kategorie als Analysis oder Lineare Algebra. Alle Studienbereiche →
Gibt es Studiengänge ohne Mathe UND ohne Statistik?+
Ja — einige Fächer kommen komplett ohne Mathematik und Statistik aus: Jura (Rechtswissenschaft) — rein textbasiert, null Mathe und null Statistik. Evangelische/Katholische Theologie — Sprachen, Philosophie, Hermeneutik. Klassische Philologie, Germanistik, Anglistik — Literatur- und Sprachwissenschaft ohne Rechnen. Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft — ästhetische und historische Analyse. Bibliothekswissenschaft an einigen Hochschulen ohne Statistikpflicht. Wichtig: Soziale Arbeit, Psychologie und Kommunikationswissenschaft enthalten fast immer Statistik-Module — wenn du das komplett vermeiden willst, sind Jura und Geisteswissenschaften die sichersten Optionen. Jura studieren →
Studium ohne Mathematik – welche Fächer wirklich infrage kommen
Wer im Abitur mit Mathematik gekämpft hat oder schlicht kein Interesse an Zahlen, Formeln und statistischen Modellen mitbringt, stellt sich früher oder später die Frage: Welche Studiengänge lassen sich wirklich ohne Mathe absolvieren? Die gute Nachricht: Die Mehrheit der geisteswissenschaftlichen Fächer kommt ohne mathematische Lehrveranstaltungen aus. Stattdessen stehen Textarbeit, Quellenanalyse, Argumentation und historisches oder kulturelles Denken im Mittelpunkt. Dieser Artikel zeigt, welche Fächer konkret infrage kommen, wie die Bewerbung funktioniert und welche Lernstrategien im geisteswissenschaftlichen Studium wirklich helfen.
Wichtig vorab: "Ohne Mathe" bedeutet nicht "ohne Anforderungen". Geisteswissenschaftliche Studiengänge verlangen ein hohes Maß an Lesekompetenz, die Fähigkeit, komplexe Texte zu strukturieren, und oft Kenntnisse in mindestens einer Fremdsprache. Wer diese Stärken mitbringt, findet in den Geisteswissenschaften ein breites, intellektuell anspruchsvolles Studienfeld.
Diese Fächer sind ohne Mathematik studierbar
Die klassischen Geisteswissenschaften bilden das Herzstück eines Studiums ohne Mathematik. Dazu zählen Geschichte, Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft, Klassische Philologie sowie vergleichende Literaturwissenschaft. Hinzu kommen Sprach- und Kulturwissenschaften wie Anglistik, Romanistik, Slawistik oder Afrikanistik, die ebenfalls keine mathematischen Module voraussetzen.
Etwas differenzierter ist die Lage bei Fächern, die an der Grenze zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften liegen. Politikwissenschaft, Soziologie und Kommunikationswissenschaft enthalten an vielen Hochschulen zumindest einführende Statistikmodule. Diese sind zwar kein "Mathe" im klassischen Sinne, erfordern aber ein gewisses Zahlenverständnis. Wer das vollständig vermeiden möchte, ist mit den reinen Geisteswissenschaften besser beraten.
Geschichte gehört zu den beliebtesten Optionen für Studieninteressierte ohne Mathematik-Affinität. Das Fach wird an fast allen Universitäten angeboten, hat an vielen Standorten keinen oder einen niedrigen Numerus Clausus und bietet eine sehr breite inhaltliche Tiefe – von Antike über Mittelalter bis zur Zeitgeschichte. Wer Geschichte studiert, lernt vor allem, wie man mit historischen Quellen umgeht, Argumente aufbaut und schriftlich formuliert.
▶ Geschichte studieren – Tipps von MrWissen2go Geschichte | Terra X (ca. 6 Min.)
Der Studienalltag in Geschichte sieht in der Praxis so aus: In den ersten Semestern lernt man grundlegende Methoden der Geschichtswissenschaft, übt das Lesen von Primärquellen auf Latein oder in anderen Fremdsprachen und schreibt erste Hausarbeiten. Ab dem dritten oder vierten Semester spezialisiert man sich auf bestimmte Epochen oder Regionen. Latein- oder Sprachkenntnisse sind dabei an vielen Universitäten vorgeschrieben oder werden als Zugangsvoraussetzung erwartet – das sollte man vor der Bewerbung prüfen.
Vergleich beliebter Studiengänge ohne Mathematik
Um die Entscheidung zu erleichtern, lohnt ein direkter Vergleich der häufigsten Fächer nach zentralen Kriterien:
Studiengang
Typischer NC
Fremdsprachen nötig?
Berufliche Breite
Statistik/Mathe
Geschichte
Zulassungsfrei – 2,5
Latein oft Pflicht
Mittel
Keine
Germanistik
Zulassungsfrei – 2,8
Empfohlen
Hoch (Lehramt, Medien)
Keine
Philosophie
Meist zulassungsfrei
Latein/Griechisch je nach Uni
Mittel
Keine
Kunstgeschichte
Meist zulassungsfrei
Englisch + eine weitere
Eher eng (Museen, Galerien)
Keine
Anglistik/Amerikanistik
Zulassungsfrei – 2,5
Englisch auf hohem Niveau
Hoch
Keine
Theaterwissenschaft
Teils Eignungsprüfung
Englisch empfohlen
Eher eng
Keine
Politikwissenschaft
2,0 – 2,8
Englisch Pflicht
Hoch
Oft Grundstatistik
Die NC-Werte variieren je nach Hochschule und Semester erheblich. An vielen mittelgroßen Universitäten sind geisteswissenschaftliche Fächer zulassungsfrei – das heißt, bei rechtzeitiger Bewerbung erhält man einen Studienplatz unabhängig vom Abiturdurchschnitt. An Universitäten wie der LMU München oder der FU Berlin sind die Grenzwerte wegen der Nachfrage deutlich enger.
So läuft die Bewerbung für ein geisteswissenschaftliches Studium ab
Die Bewerbung für die meisten geisteswissenschaftlichen Studiengänge läuft direkt über das Hochschulportal der jeweiligen Universität. Das zentrale Bewerbungsportal Hochschulstart (früher: Stiftung für Hochschulzulassung) ist nur noch für wenige bundesweit zulassungsbeschränkte Fächer wie Medizin zuständig. Für Geschichte, Germanistik oder Philosophie bewirbt man sich in der Regel direkt bei der Wunschhochschule.
Wer sich für ein Lehramt entscheidet – also zum Beispiel Geschichte oder Deutsch auf Lehramt studiert –, hat ein paar zusätzliche Besonderheiten zu beachten. Lehramt-Studiengänge kombinieren immer zwei Fächer sowie erziehungswissenschaftliche Module. Nach dem Abschluss folgt das Referendariat, bevor man in den Schuldienst eintreten kann. Wer nach dem Lehramtsstudium in andere Berufsfelder wechseln möchte, steht vor der Herausforderung, seine Qualifikationen für Arbeitgeber außerhalb des Schulsystems verständlich darzustellen.
▶ Nach dem Lehramtsstudium – Bewerbungen außerhalb des Schulsystems (ca. 10 Min.)
Wichtig bei der Bewerbung: Sprachvoraussetzungen frühzeitig klären. Viele Geschichtsstudiengänge verlangen Latinum als Zugangsvoraussetzung oder schreiben vor, dass es bis zu einem bestimmten Semester nachgeholt wird. Das gilt teilweise auch für Philosophie und klassische Philologie. Ein Blick in die Studien- und Prüfungsordnung der Wunschuniversität vor der Bewerbung erspart späteren Aufwand.
Für die Finanzierung des Studiums lohnt sich früh die Prüfung, ob ein Anspruch auf BAföG besteht. Viele Studierende in geisteswissenschaftlichen Fächern beziehen Förderung, da die Elterneinkommen oft unterhalb der Freigrenzen liegen. Einen vollständigen Überblick über alle Möglichkeiten bietet die Seite zur Studienfinanzierung.
Checkliste: Vor dem Studienbeginn erledigen
Wer gut vorbereitet ins erste Semester startet, vermeidet typische Fehler und kann sich schneller auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren. Die folgende Schritt-für-Schritt-Liste hilft dabei:
Studiengang und Hochschule vergleichen: Modulhandbücher und Studienordnungen der Top-3-Wunschhochschulen herunterladen und auf Sprachvoraussetzungen prüfen.
Bewerbungsfristen notieren: Sommersemester meist bis 15. Januar, Wintersemester meist bis 15. Juli – bei lokalen Verfahren kann es abweichen.
Sprachnachweise besorgen: Latinum, Graecum oder Nachweise für moderne Fremdsprachen rechtzeitig erbringen oder nachholen.
BAföG-Anspruch prüfen: Den Onlinerechner der Bundesregierung nutzen, Antrag möglichst vor Semesterbeginn stellen.
Unterkunft organisieren: Wohnheimbewerbung beim Studentenwerk früh einreichen, da Plätze begrenzt sind.
Bibliotheksanmeldung vorbereiten: Universitätsbibliotheken können noch vor Semesterbeginn Karten ausgeben – das spart Zeit in den ersten Wochen.
Erstsemester-Einführungsveranstaltungen merken: Die sogenannte "O-Woche" liefert wichtige Informationen zur Stundenplangestaltung und zum Prüfungssystem.
Lernmaterialien vorbereiten: Literaturverwaltungssoftware wie Zotero installieren, Schreibwerkzeuge testen, einen Notizworkflow aufbauen.
Lernstrategien, die im geisteswissenschaftlichen Studium wirklich funktionieren
Ein häufiger Fehler im ersten Semester: Man wartet bis kurz vor der Klausur und versucht dann, den Stoff mehrerer Monate auf einmal zu verarbeiten. Das funktioniert im Abitur oft noch – im Studium führt es zuverlässig zu schlechten Ergebnissen oder sogar zum Durchfallen. Geisteswissenschaftliche Lehrveranstaltungen verlangen kumulatives Wissen: Jedes Seminar baut auf dem Vorwissen aus vorherigen Sitzungen auf.
Wer von Anfang an regelmäßig mitarbeitet, Texte vor der Sitzung liest und sich Notizen in eigenen Worten macht, hat in der Prüfungsphase einen erheblichen Vorteil. Wichtig ist auch, frühzeitig mit dem Schreiben von Hausarbeiten anzufangen – nicht erst eine Woche vor der Abgabe. Die Recherche, das Strukturieren der Argumentation und das Überarbeiten der Rohfassung kosten deutlich mehr Zeit als erwartet.
▶ 20 Lerntipps aus 8 Jahren Studium – für Klausuren und Hausarbeiten (ca. 15 Min.)
Konkret helfen im geisteswissenschaftlichen Studium folgende Methoden besonders:
Aktives Lesen mit Randnotizen: Texte nicht nur überfliegen, sondern Kernthesen markieren und in eigenen Worten zusammenfassen.
Karteikartensystem für Fachbegriffe: Historische Epochen, philosophische Konzepte oder literaturwissenschaftliche Termini lassen sich gut mit Spaced Repetition einprägen.
Lerngruppen für Textdiskussionen: Geisteswissenschaftliche Inhalte erschließen sich oft besser im Gespräch als beim stillen Lernen alleine.
Frühzeitiges Schreiben üben: Jede Hausarbeit als Gelegenheit nutzen, den eigenen Argumentationsstil zu verbessern – das zahlt sich in der Abschlussarbeit aus.
Digitale Tools sinnvoll einsetzen:KI im Studium kann bei der Recherche oder beim Strukturieren von Argumenten helfen, ersetzt aber keine eigenständige Auseinandersetzung mit den Quellen.
Ein weiterer Punkt, der häufig unterschätzt wird: Pausen und Schlaf sind keine verlorene Zeit, sondern notwendiger Bestandteil des Lernprozesses. Wer acht Stunden vor einem Text sitzt, ohne Pausen einzuplanen, behält weniger als jemand, der vier fokussierte Stunden mit kurzen Unterbrechungen arbeitet.
Berufsperspektiven nach einem geisteswissenschaftlichen Abschluss
Das häufigste Vorurteil gegenüber Geisteswissenschaften lautet: "Damit findet man keinen Job." Dieses Bild ist zu pauschal. Richtig ist: Der Berufseinstieg erfordert mehr Eigeninitiative als nach einem Ingenieursstudium, und die Einstiegsgehälter liegen im Schnitt niedriger. Richtig ist aber auch: Absolventinnen und Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer sind in vielen Branchen gefragt – wenn sie ihre Kompetenzen aktiv kommunizieren.
Typische Berufsfelder umfassen Redaktion und Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit und PR, Kulturmanagement, Verlagswesen, Museen und Archive, Bildungseinrichtungen sowie den öffentlichen Dienst. Wer Lehramt studiert, hat mit dem Referendariat einen direkten Weg in den Schuldienst. Wer sich breiter aufstellen möchte, sollte bereits im Studium Praktika absolvieren und ein Netzwerk aufbauen.
Praktische Erfahrungen im Ausland stärken das Profil erheblich. Ein Auslandssemester bietet nicht nur inhaltliche Erweiterung, sondern auch sprachliche Kompetenzen und interkulturelle Erfahrung – beides ist in vielen geisteswissenschaftlich verwandten Berufsfeldern ein echter Vorteil. Erasmus-Programme und DAAD-Stipendien erleichtern die Finanzierung erheblich.
Auch im Studienalltag selbst lassen sich Kosten durch bewusstes Planen senken. Viele Hochschulen bieten Vergünstigungen für Software, Kulturveranstaltungen oder ÖPNV. Eine Übersicht über verfügbare Vergünstigungen findet sich auf der Seite zu Studentenrabatten.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Neben dem bereits erwähnten Aufschieben des Lernens gibt es einige weitere Fallstricke, die im geisteswissenschaftlichen Studium immer wieder auftauchen. Einer davon ist der sogenannte "Seminarschein-Sammler"-Effekt: Man belegt viele Veranstaltungen, besucht sie unregelmäßig und verliert den Überblick darüber, welche Leistungen tatsächlich noch fehlen. Ein gepflegter Stundenplan mit eingetragenen Abgabeterminen und Prüfungsdaten hilft, den Überblick zu behalten.
Ein zweiter häufiger Fehler ist das Unterschätzen von Sprachvoraussetzungen. Wer das Latinum nachholen muss und das erst im dritten Semester merkt, verliert wertvolle Zeit. Deshalb gilt: Studien- und Prüfungsordnung vor der Einschreibung vollständig lesen, nicht nur die Zusammenfassung auf der Hochschulwebsite.
Drittens: Viele Studienanfängerinnen und -anfänger in Geisteswissenschaften wählen im Master reflexartig das gleiche Fach wie im Bachelor, ohne alternative Wege zu prüfen. Ein konsekutiver Master in Kulturmanagement, Kommunikationswissenschaft oder Informationswissenschaft kann das berufliche Profil erheblich erweitern und den Berufseinstieg erleichtern. Das lohnt sich spätestens ab dem dritten Semester des Bachelors zu recherchieren.
Wer diese Hinweise ernst nimmt und das Studium aktiv gestaltet, statt nur zu reagieren, hat gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss – und für einen Berufseinstieg, der zu den eigenen Stärken passt.
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