Das Ergebnis da, Panik weg, Plan her. In dieser Reihenfolge.
Was brauchst du im Zweitversuch, damit dein Notendurchschnitt stimmt?
Was die Forschung zu Prüfungsvorbereitung sagt — und was tatsächlich wirkt.
Eine nicht bestandene Prüfung triggert häufig ein Muster: Selbstzweifel → Vermeidung → schlechtere Vorbereitung → schlechtere Note. Das ist keine Charakterschwäche, das ist Neurologie.
Was hilft: Das Ergebnis von der eigenen Intelligenz trennen. Eine nicht bestandene Prüfung bedeutet, dass du zum gegebenen Zeitpunkt nicht ausreichend vorbereitet warst — nicht mehr. Viele sehr erfolgreiche Akademiker hatten Prüfungswiederholungen.
Wenn du merkst, dass der Stress anhält, nicht allein damit bleiben: Die Psychologische Beratungsstelle (PBS) des Studierendenwerks ist kostenlos, anonym und speziell für Studierende.
Luis Newton — persönliche Perspektive auf das Nichtbestehen von Prüfungen
Nimm zunächst die Klausureinsicht wahr, sofern deine Hochschule das anbietet. So siehst du genau, an welchen Aufgaben und Themen du gescheitert bist. Dokumentiere diese Fehler schriftlich und nutze sie als Grundlage für deine Vorbereitung auf den Zweitversuch.
Das hängt von deiner Prüfungsordnung ab. An den meisten deutschen Hochschulen gibt es zwei bis drei Versuche pro Prüfung. Bei Staatsexamina wie in Jura oder Medizin gelten zum Teil abweichende Regelungen. Informiere dich direkt beim Prüfungsamt deiner Hochschule.
Wechsle zu aktiveren Lernmethoden wie Active Recall, Spaced Repetition und dem Lösen von Altklausuren unter Zeitdruck. Analysiere außerdem, warum du im ersten Versuch gescheitert bist – ob wegen Wissenslücken, Zeitproblemen oder Prüfungsangst – und geh gezielt gegen diese Ursachen vor.
Prüfungssimulationen unter realen Bedingungen helfen, die Nervosität zu reduzieren. Zusätzlich können Atemtechniken, Sport und ausreichend Schlaf helfen. Bei starker Prüfungsangst bietet fast jede Hochschule eine kostenlose psychologische Studierendenberatung an – diese solltest du frühzeitig aufsuchen.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein nicht bestandener Prüfungsversuch als triftiger Grund für eine Verlängerung der BAföG-Förderungsdauer anerkannt werden. Informiere dich bei deinem zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Mehr dazu findest du auf der Seite zu BAföG →
Ja, KI im Studium → kann bei der Vorbereitung hilfreich sein – zum Beispiel zum Generieren von Übungsfragen, Vereinfachen komplexer Texte oder Erstellen von Zusammenfassungen. Prüfe die generierten Inhalte aber immer kritisch gegen offizielle Quellen wie Vorlesungsunterlagen und Fachliteratur.
Das hängt von deiner Prüfungsordnung ab. In manchen Studiengängen gibt es einen dritten Versuch, in anderen droht die Exmatrikulation. Bei einer drohenden Exmatrikulation solltest du sofort die Studienberatung aufsuchen und prüfen, ob Widerspruchs- oder Härtefallanträge möglich sind. Informiere dich auch rechtzeitig über mögliche Alternativen bei der Studienfinanzierung →
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Der erste Prüfungsversuch ist gescheitert – und jetzt? Für viele Studierende ist dieser Moment einer der schwierigsten im Studium. Doch der Zweitversuch ist keine Wiederholung des Scheiterns, sondern eine echte zweite Chance. Wer die Ursachen des ersten Versuchs analysiert und die Vorbereitung strukturiert angeht, hat gute Aussichten, die Prüfung beim nächsten Mal zu bestehen. Dieser Artikel zeigt dir, worauf es ankommt – von der ehrlichen Fehleranalyse bis zur konkreten Lernstrategie.
Bevor du mit der Vorbereitung auf den Zweitversuch beginnst, lohnt sich ein nüchterner Blick auf den ersten Versuch. Viele Studierende überspringen diesen Schritt und starten einfach wieder mit Lernen – und wiederholen dabei dieselben Fehler.
Die häufigsten Ursachen für ein erstes Nichtbestehen lassen sich in drei Bereiche einteilen: Wissensdefizite, Prüfungsstrategie und Stressmanagement. Wissensdefizite entstehen, wenn Inhalte nicht tief genug verstanden, sondern nur oberflächlich auswendig gelernt wurden. Prüfungsstrategie meint das Verhalten in der Prüfungssituation selbst – zum Beispiel Zeitmanagement, das Überfliegen von Aufgaben oder Rechenfehler unter Druck. Stressmanagement betrifft alles, was vor und während der Prüfung emotional passiert: Prüfungsangst, Schlafmangel, Nervosität.
Schreibe nach dem ersten Versuch so schnell wie möglich auf, an welchen Aufgaben du gescheitert bist, was du nicht wusstest und wie du dich in der Prüfungssituation gefühlt hast. Diese Notizen sind die Grundlage für eine bessere Strategie im Zweitversuch.
Viele Studierende berichten außerdem, dass sie im ersten Versuch zwar viel gelernt haben, aber das Lernen nicht aktiv genug gestaltet wurde. Passives Lesen von Skripten führt selten dazu, dass Inhalte wirklich abrufbar sind – gerade unter Prüfungsstress.
An deutschen Hochschulen hat jede Prüfung in der Regel mindestens zwei, manchmal drei Versuche. Die genaue Regelung steht in der Prüfungsordnung deines Studiengangs. Diese variiert je nach Hochschule und Fach erheblich. Informiere dich deshalb frühzeitig, wie viele Versuche du hast und welche Fristen gelten.
Wichtig: In manchen Studiengängen gibt es sogenannte Freiversuche, bei denen der erste Versuch nicht gezählt wird, wenn du ihn vor einer bestimmten Frist absolvierst. Diese Regelung gibt es vor allem an Universitäten mit straff getaktetem Studienplan. Ob dein Studiengang das bietet, erfährst du beim Prüfungsamt oder im Studierendenportal deiner Hochschule.
Außerdem relevant: In einigen Studiengängen führt das endgültige Nichtbestehen einer Prüfung zur Exmatrikulation. Gerade in juristischen oder medizinischen Studiengängen sind die Regeln sehr streng. Falls du unsicher bist, was ein nicht bestandener Zweitversuch für dein Studium bedeutet, solltest du frühzeitig das Prüfungsamt und ggf. die Studienberatung aufsuchen. Auch Fragen zur Studienfinanzierung können relevant werden, wenn sich das Studium durch einen Wiederholungsversuch verzögert.
| Hochschultyp | Übliche Anzahl Versuche | Freiversuch möglich? | Konsequenz bei endg. Nichtbestehen |
|---|---|---|---|
| Universität (Bachelor) | 3 Versuche | Teilweise | Exmatrikulation (fachbezogen) |
| Fachhochschule (Bachelor) | 2–3 Versuche | Selten | Exmatrikulation (je nach PO) |
| Universität (Master) | 2 Versuche | Nein | Zwangsexmatrikulation |
| Staatsexamen (z.B. Jura, Medizin) | 2–3 Versuche | Nein (Freischuss in Jura) | Berufsverbot / kein Abschluss möglich |
| Berufsbegleitende Studiengänge | 2 Versuche | Nein | Kurswiederholung oder Abbruch |
Eine bewährte Herangehensweise für den Zweitversuch lässt sich in drei Phasen gliedern, die aufeinander aufbauen: Selbstanalyse, Struktur und Simulation. Diese drei Schritte helfen dabei, die Vorbereitung nicht nur intensiver, sondern vor allem gezielter zu gestalten als beim ersten Versuch.
Selbstanalyse bedeutet, dass du die Ergebnisse des ersten Versuchs systematisch auswertest. Welche Themen haben gefehlt? Wo lagen Verständnisprobleme? Hast du die Aufgabenstellung falsch interpretiert? Diese Phase dauert nicht lange, ist aber entscheidend, weil sie verhindert, dass du deine Lernzeit in Bereichen verbringst, die du ohnehin beherrschst.
Struktur meint die Organisation deiner Lernphase. Teile den Stoff in beherrschte, teilbeherrschte und unbekannte Inhalte ein. Priorisiere die schwachen Bereiche, ohne die anderen komplett zu vernachlässigen. Erstelle einen realistischen Lernplan mit festen Zeitblöcken – und halte dich daran. Viele Studierende scheitern im Zweitversuch nicht am Stoff, sondern an mangelnder Disziplin in der Vorbereitung.
Simulation ist der dritte und häufig vernachlässigte Schritt. Dabei geht es darum, die Prüfungssituation so realistisch wie möglich zu üben: unter Zeitdruck, ohne Hilfsmittel (außer erlaubten), allein und in einem ruhigen Raum. Wer nur lernt, aber nie unter echten Bedingungen übt, ist auf die tatsächliche Prüfungssituation schlecht vorbereitet.
Die folgende Checkliste gibt dir eine konkrete Struktur für die Wochen zwischen Ergebnis und Zweitversuch. Passe die Zeitangaben an deinen tatsächlichen Zeitraum an.
Wer im Zweitversuch erfolgreich ist, beschreibt im Rückblick oft, dass nicht mehr Lernzeit der entscheidende Faktor war – sondern eine andere Qualität des Lernens. Das gilt besonders für komplexe Prüfungen wie das Steuerberaterexamen, anspruchsvolle Jura-Klausuren oder Prüfungen in technischen Fächern.
Ein konkretes Beispiel: Wer sich auf eine anspruchsvolle Abschlussprüfung vorbereitet, merkt oft erst im zweiten Anlauf, dass Lernen in Isolation nur bedingt funktioniert. Der Austausch mit anderen, das gemeinsame Lösen von Übungsaufgaben und das gegenseitige Erklären von Inhalten führen häufig zu deutlich besserem Verständnis als das stundenlange Lesen von Fachbüchern alleine.
Außerdem berichten viele, dass sie im Zweitversuch gezielt an ihrer Prüfungsangst gearbeitet haben. Das kann durch Atemübungen, Entspannungstechniken oder einfach durch mehr Simulationsübungen geschehen. Wer die Prüfungssituation oft genug geübt hat, empfindet den eigentlichen Prüfungstag als weniger bedrohlich.
Relevant ist auch die eigene Erwartungshaltung: Im Zweitversuch geht es nicht darum, eine perfekte Note zu erzielen, sondern darum, zu bestehen. Wer diesen Fokus klar vor Augen hat, verschwendet weniger Energie auf unwichtige Details und konzentriert sich auf das Wesentliche.
Nicht jede Lernmethode funktioniert für jeden Stoff gleich gut. Folgende Methoden haben sich für die Prüfungsvorbereitung auf einen Zweitversuch besonders bewährt:
Active Recall ist das gezielte Abrufen von Informationen aus dem Gedächtnis – ohne im Skript nachzuschauen. Statt Notizen zu lesen, stellst du dir Fragen und versuchst, die Antworten aus dem Kopf zu formulieren. Diese Methode ist zeitintensiver als passives Lesen, führt aber zu deutlich besserem Behalten.
Spaced Repetition bezeichnet das verteilte Wiederholen über mehrere Tage und Wochen. Statt eine Woche vor der Prüfung alles auf einmal zu lernen, wiederholst du Inhalte in wachsenden Abständen. Apps wie Anki unterstützen diese Methode und passen die Wiederholungsintervalle automatisch an.
Feynman-Technik bedeutet, einen Sachverhalt so zu erklären, als würdest du ihn einer Person erläutern, die das Thema nicht kennt. Wenn du dabei ins Stocken gerätst, hast du eine Wissenslücke identifiziert. Diese Methode ist besonders effektiv bei komplexen theoretischen Themen.
Altklausuren lösen ist eine der effektivsten Methoden überhaupt. Viele Professoren variieren ihren Aufgabenstil kaum. Wer alle verfügbaren Altklausuren unter Zeitdruck durchgearbeitet hat, ist auf die tatsächliche Prüfung gut vorbereitet. Altklausuren gibt es oft beim Fachschaftsrat, im Studierendenportal oder direkt beim Lehrenden.
Übrigens: KI im Studium kann bei der Vorbereitung helfen – etwa zum Erstellen von Übungsfragen, Zusammenfassungen oder zum Erklären schwieriger Konzepte in einfacher Sprache. Wichtig ist dabei, die generierten Inhalte kritisch zu prüfen und nicht blind zu übernehmen.
Prüfungsangst ist nach einem nicht bestandenen ersten Versuch häufig ausgeprägter als zuvor. Das ist verständlich: Die Erinnerung an das Scheitern ist frisch, der Druck größer, die Konsequenzen möglicherweise gravierender. Wer das nicht adressiert, läuft Gefahr, trotz guter inhaltlicher Vorbereitung wieder unter dem eigenen Niveau zu performen.
Ein hilfreicher Ansatz ist die sogenannte kognitive Umstrukturierung: Du hinterfragst negative Gedankenmuster aktiv. Statt „Ich schaffe das nie" fragst du dich: „Was spricht konkret dafür, dass ich dieses Mal bestehe?" Formuliere deine Lernfortschritte konkret – nicht nur gefühlt, sondern messbar durch bestandene Übungsklausuren und gelöste Aufgaben.
Körperliche Bewegung hilft nachweislich beim Stressabbau. Regelmäßiger Sport in der Lernphase verbessert nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit. Auch ausreichend Schlaf ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für effektives Lernen und Behalten.
Falls die Angst sehr stark ist, solltest du psychologische Beratungsangebote an deiner Hochschule in Betracht ziehen. Fast jede deutsche Universität bietet eine kostenlose psychologische Studierendenberatung an. Das Aufsuchen dieser Hilfe ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Eigenverantwortung.
Wer im Zweitversuch erfolgreich sein will, sollte nicht nur den Lerninhalt optimieren, sondern auch die Rahmenbedingungen. Dazu gehören finanzielle Stabilität, ein geeigneter Lernort und die soziale Unterstützung im Umfeld.
Falls du wegen eines sich verzögernden Studiums finanzielle Engpässe hast, informiere dich über BAföG – in bestimmten Fällen wird die Förderungsdauer verlängert, wenn ein nicht bestandenes Prüfungsergebnis nachgewiesen wird. Ebenso gibt es bei einigen Hochschulen Nothilfefonds oder zinsgünstige Studienkredite.
Ein ruhiger, aufgeräumter Lernplatz erhöht die Konzentration erheblich. Falls du zu Hause nicht gut lernen kannst, nutze die Bibliothek oder Lernräume an deiner Hochschule. Viele Studierendenwerke haben auch in den Semesterferien geöffnet.
Nicht vergessen: Studentenrabatte gelten auch für Lernmaterialien, Software und Apps, die dir bei der Vorbereitung helfen. Wer seinen Studierendenausweis konsequent einsetzt, spart oft erheblich.
Wenn du überlegst, ein Auslandssemester zu machen, aber wegen eines offenen Zweitversuchs unsicher bist: Sprich frühzeitig mit dem Prüfungsamt, ob eine Prüfung ins Ausland verschoben oder unter besonderen Bedingungen abgelegt werden kann. In vielen Fällen gibt es mehr Spielraum als gedacht.
Der Zweitversuch ist kein Makel, sondern Teil eines normalen Studiumsverlaufs. Viele erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen haben mindestens eine Prüfung im zweiten Anlauf bestanden. Entscheidend ist, wie du mit dieser Situation umgehst – und ob du bereit bist, aus dem ersten Versuch zu lernen.