VERSICHERUNGEN & ABSICHERUNG

Versicherung Student — was brauchst du wirklich?

Krankenversicherung, Haftpflicht, Hausrat, Unfall — ehrlicher Überblick welche Versicherungen im Studium sinnvoll sind, welche Geldverschwendung sind, und wann Eltern-Police noch greift.

5 €/Mo
Haftpflicht ab
günstigste Pflicht
~122 €/Mo
Studentische KV
gesetzl. Pflichtbeitrag
bis 25 J.
Eltern-Mitvers.
unter Bedingungen
2
Pflicht-Vers.
KV + Haftpflicht

Dein Versicherungs-Check

Drei Fragen — ich zeige dir welche Versicherungen für deine Situation wirklich wichtig sind.

Versicherungen nach Priorität

Was ist wirklich nötig, was kann warten, was ist Geldverschwendung?

Muss — sofort prüfen
Ohne diese riskierst du ruinöse Kosten
Krankenversicherung
~122–134 €/Mo
Gesetzliche Pflicht — unter 25 oft noch kostenlos über Eltern (Familienversicherung)
Privathaftpflicht
~35–60 €/Jahr
Haftung für Schäden an anderen — ohne Police haftest du unbegrenzt mit deinem Vermögen
Sinnvoll — je nach Situation
Empfohlen wenn du im entsprechenden Risiko bist
Hausratversicherung
~4–8 €/Mo
Bei eigener Wohnung — Einbruch, Feuer, Wasserschaden. Fahrradschutz oft inklusive
Auslandskrankenversicherung
~20–50 €/Mo
Pflicht bei Non-EU-Auslandssemester oder -reisen (USA, Australien etc.)
Berufsunfähigkeitsversicherung
~20–60 €/Mo
Im Studium günstig abschließen — je jünger, desto billiger und einfacher
Meist unnötig im Studium
Oft mehr Kosten als Nutzen
Handyversicherung
~7–15 €/Mo
Teuer, viele Ausschlüsse. Selbst für Display-Reparaturen meist kein Ersatz
Unfallversicherung (privat)
~3–10 €/Mo
Campus-Unfälle gesetzlich versichert. Freizeitschutz nur bei hohem Sportpensum relevant
Reiserücktritt (pauschal)
~30–80 €/Jahr
Nur bei teuren, nicht-erstattbaren Buchungen sinnvoll. Ansonsten überschaubar

Privathaftpflicht — die wichtigste Versicherung

Oft unterschätzt — dabei können Schäden schnell in Millionenhöhe gehen

Was die Haftpflicht abdeckt
  • Fahrradschäden an anderen (umgefallenes Fahrrad, Zusammenstoß)
  • Beschädigte Geräte von Kommilitonen (Laptop, Handy)
  • Schäden in der Mietwohnung (Teppich, Wände)
  • Personenschäden bei Unfällen (unbegrenzte Haftung)
  • Schäden durch gemietete Gegenstände
  • Verlust fremder Schlüssel (oft inklusive)
Was NICHT abgedeckt ist
  • Vorsätzliche Schäden (absichtlich verursacht)
  • Schäden an eigenen Sachen (dafür gibt es Hausrat)
  • Kfz-Schäden (dafür gibt es Kfz-Haftpflicht)
  • Schäden im Beruf als Arbeitnehmer
  • Tierhalterschäden (eigenes Haustier → separate Police)
  • Auslandsschäden (je nach Vertrag eingeschränkt)
Vergleichstabelle: 5 günstige Studenten-Haftpflicht-Angebote
Anbieter Preis/Jahr Deckungssumme Besonderheit
Getsafe 35–45 € 50 Mio. € App-only, sofort abschließbar, monatl. kündbar
Friday 35–50 € 50 Mio. € Günstig, Schlüsselschutz inklusive
FEATHER 40–55 € 50 Mio. € Auf Expats und Studierende zugeschnitten
HanseMerkur 40–60 € 50 Mio. € Klassische Versicherung, inkl. Mietsachschäden
Allianz 50–80 € 100 Mio. € Hohe Deckung, Filial-Service

Preise können je nach Wohnort und Geburtsjahr abweichen. Vergleich empfohlen über Check24 oder Verivox.

Eltern-Mitversicherung — was gilt wann?

Viele Studierende sind noch über die Eltern mitversichert — aber unter diesen Bedingungen:

Versicherung Bedingungen für Mitversicherung Endet automatisch wenn Dann
Krankenversicherung (GKV) Unter 25 J., eigenes Einkommen max. 565 €/Mo, nicht verheiratet/in eingetr. Partnerschaft 25. Geburtstag oder Einkommensüberschreitung Sofort eigene Studentenkasse abschließen
Haftpflicht (Familienpolice) Ledig, in Erstausbildung, unverheiratet — aber: kein eigener Haushalt (je nach Vertrag) Eigener Haushalt, Heirat, Berufsstart Eigene Haftpflicht ab ~35 €/Jahr
Unfallversicherung (Eltern) Nur wenn explizit "Kinder" eingeschlossen Meist mit Volljährigkeit oder eigenem Haushalt Prüfen ob eigene Police nötig
Hausrat (Elternwohnung) Nur für Sachen die physisch bei den Eltern sind Eigener Wohnort Eigene Hausratpolice für eigene Wohnung

Wichtig: Der Vertragstext entscheidet — NICHT die allgemeine Regel. Bitte die Policen der Eltern aufmerksam lesen oder beim Versicherer nachfragen ob du als Kind noch mitversichert bist.

Auslandsversicherung für das Auslandssemester

EU-Auslandssemester
EHIC-Karte kostenlos bei GKV beantragen. Deckt Notfallbehandlungen wie Einheimische. Empfehlung: Zusätzlich günstige Reisekrankenversicherung für zahnärztliche + Rücktransport-Deckung.
Non-EU (USA, Australien)
Eigene Auslandskrankenversicherung Pflicht. Deutsche GKV zahlt hier nicht. Speziell für Studenten: ~20–50 €/Monat. Mindestdeckung: 100.000 €, inkl. Rücktransport.
Auslandspraktikum
Prüfe ob Arbeitgeber im Ausland versichert. Wenn nicht: eigene Police. Erasmus-gefördert: oft durch Erasmus-Versicherungspaket abgedeckt — beim Internationalen Büro erfragen. → Auslandspraktikum-Guide
Haftpflicht im Ausland
Viele deutsche Haftpflicht-Policen gelten weltweit — aber zeitlich begrenzt (oft max. 1 Jahr). Für längere Aufenthalte: Deckung prüfen oder verlängern lassen.

Mehr zum Auslandssemester planen: Auslandssemester-Guide →

Berufsunfähigkeit — jetzt oder nie?

Warum Studenten die günstigste Einstiegsphase haben — und warum das Warten teuer wird

Warum jetzt abschließen
  • Junges Alter = günstiger Beitrag (30-50% billiger als mit 35)
  • Gesundheitsprüfung noch einfach zu bestehen
  • Kein Vorerkrankungsrisiko (Ausschlüsse)
  • Geisteswiss./BWL zahlen deutlich weniger als Handwerk
  • Lange Einzahldauer = hohe Altersabsicherung
Wann warten / verzichten
  • Budget sehr eng (dann zuerst Haftpflicht + KV)
  • Beruflicher Plan noch völlig unklar
  • Vorerkrankungen vorhanden → erst beraten lassen
  • Eltern oder Partner können absichern
  • Angestrebter Job hat gute staatl. Absicherung (Beamte)

Versicherungen für Studenten — im Video erklärt

versicherungsfeed — Versicherungen für Studenten im Überblick

Häufige Fragen zu Versicherungen im Studium

Gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland die Krankenversicherung. Wer ein eigenes Auto fährt, benötigt außerdem eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Alle anderen Versicherungen sind freiwillig, aber je nach Lebenssituation dringend empfohlen – insbesondere die private Haftpflichtversicherung. Mehr zum Thema Finanzen im Studium findest du unter Studienfinanzierung →
Die kostenfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung endet in der Regel mit Vollendung des 25. Lebensjahres. Wer mehr als 520 Euro monatlich durch Nebenjobs verdient, verliert den Anspruch bereits früher. Danach kannst du dich im günstigen Studierendentarif der GKV selbst versichern – dieser gilt bis zum 30. Geburtstag oder bis zum 14. Fachsemester.
Ja – der Abschluss im jungen Alter ist aus zwei Gründen sinnvoll: Erstens sind die Beiträge günstiger, weil das Eintrittsalter niedrig ist. Zweitens gibt es noch keine Vorerkrankungen, die zu Ausschlüssen oder Beitragszuschlägen führen könnten. Achte beim Abschluss auf eine Nachversicherungsgarantie, damit du die Rentenhöhe später ohne neue Gesundheitsprüfung anpassen kannst.
Viele Studierende sind noch über die elterliche Police mitversichert – das gilt häufig während des Erststudiums und bei Hauptwohnsitz bei den Eltern. Ob das auf dich zutrifft, solltest du direkt bei der Versicherung der Eltern erfragen. Falls nicht, ist eine eigene Haftpflichtversicherung für 40 bis 80 Euro im Jahr eine der günstigsten und wichtigsten Absicherungen überhaupt.
Fahranfänger zahlen wegen fehlender Schadenfreiheitsjahre deutlich höhere Beiträge. Möglichkeiten zur Kostensenkung sind: Eintrag als Zweitfahrer im elterlichen Vertrag, Telematik-Tarife mit fahrverhaltensbasiertem Rabatt, Wahl eines günstigen Fahrzeugmodells mit niedriger Typklasse sowie jährliche statt monatlicher Zahlweise. Ein ausführlicher Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich in jedem Fall.
Für ein Auslandssemester solltest du mindestens eine Auslandskrankenversicherung abschließen, die Rücktransporte und Behandlungen im Ausland abdeckt. Innerhalb der EU gilt zwar die EHIC-Karte, aber sie schließt nicht alle Leistungen ein. Außerdem solltest du prüfen, ob deine Haftpflichtversicherung weltweit gilt. Alle Details zur Vorbereitung findest du im Artikel zum Auslandssemester →
Wenn du noch familienversichert bist und nur eine eigene Haftpflichtversicherung benötigst, reichen ca. 5 bis 7 Euro im Monat. Wer sich selbst in der GKV versichert, kommt auf rund 120 bis 140 Euro monatlich hinzu. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung steigen die Kosten um weitere 30 bis 80 Euro. Insgesamt sollte die Grundabsicherung für die meisten Studierenden zwischen 130 und 230 Euro pro Monat liegen. Wer BAföG → bezieht, sollte diese Fixkosten bei der Budgetplanung berücksichtigen.

Nächste Schritte

Krankenversicherung
Studentische GKV, Familienversicherung, Kosten & Wechsel
Auslandssemester
Auslandskrankenversicherung und was du brauchst
Nebenjob im Studium
Wie Versicherungen sich bei Nebenjob ändern
Werkstudent
KV und Sozialversicherung als Werkstudent
Studienfinanzierung
Budget für Versicherungen einplanen
🧾
Steuererklärung
Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen
Studentenwohnen
Hausrat — wann sie sich für Studenten lohnt
Gehalt nach Studium
BU nach Berufsstart: Was sich ändert

Video-Erfahrungsberichte

Ausbildung.de · 14 Min

Versicherungen mit Kopf · 6 Min

FinanzNerd · 7 Min

Versicherungen als Student: Was du wirklich brauchst

Wer mit dem Studium beginnt, hat plötzlich eine Menge Entscheidungen zu treffen – Wohnung, Finanzen, Stundenplan. Versicherungen stehen dabei selten ganz oben auf der Prioritätenliste. Dabei kann eine fehlende oder falsche Absicherung teuer werden: Ein kleiner Unfall, ein Wasserschaden in der WG oder ein Fahrraddiebstahl reichen aus, um ohne passenden Schutz schnell in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Dieser Artikel gibt dir einen ehrlichen Überblick darüber, welche Versicherungen für Studenten wirklich Pflicht sind, welche sinnvoll sein können und worauf du bei Vertragsabschluss achten solltest.

Grundsätzlich lassen sich Versicherungen in zwei Kategorien einteilen: solche, die existenzielle Risiken absichern, und solche, die Komfort bieten, aber nicht unbedingt notwendig sind. Als Student mit begrenztem Budget ist es wichtig, diese beiden Kategorien klar voneinander zu trennen. Niemand braucht eine Brillenversicherung, bevor nicht die Grundlagen stimmen.

Krankenversicherung: Die einzige echte Pflichtversicherung im Studium

In Deutschland besteht eine allgemeine Krankenversicherungspflicht – das gilt auch für Studierende. Die gute Nachricht: Wer als Kind über die Eltern familienversichert ist, zahlt bis zum 25. Lebensjahr in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) keinen eigenen Beitrag. Diese kostenfreie Mitversicherung endet automatisch mit dem 25. Geburtstag, unabhängig davon, ob das Studium noch läuft.

Ab diesem Zeitpunkt oder wenn du mehr als 520 Euro im Monat durch Nebenjobs verdienst, musst du dich selbst versichern. Der Standardbeitrag für Studierende in der GKV liegt derzeit bei rund 120 bis 140 Euro pro Monat, je nach Krankenkasse. Dieser günstige Studierendentarif gilt bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres oder bis zum 14. Fachsemester – danach entfällt er.

Eine private Krankenversicherung (PKV) ist für die meisten Studierenden keine sinnvolle Option. Die Beiträge können zunächst günstig wirken, steigen aber im Alter stark an, und der Wechsel zurück in die GKV ist schwierig. Ausnahmen gibt es für Beamtenkinder oder Studierende mit sehr hohem Einkommen.

Wichtig beim Kassenwechsel: Nicht nur auf den Beitrag achten, sondern auch Leistungen vergleichen – etwa Zuschüsse für Zahnersatz, Brillen oder alternative Heilmethoden. Für dein Studienfinanzierung-Budget macht der Unterschied zwischen teurer und günstiger Kasse über mehrere Semester einige hundert Euro aus.

Haftpflichtversicherung: Günstiger Schutz mit enormer Wirkung

Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt – und das zu einem vergleichsweise kleinen Preis. Sie springt ein, wenn du anderen Menschen unbeabsichtigt einen Schaden zufügst: Du übersiehst einen Radfahrer, trittst ausversehen gegen ein teures Fahrrad oder verursachst beim Umzug einen Kratzer an der Wohnungstür. Ohne Haftpflichtversicherung haftest du in diesen Fällen mit deinem gesamten Vermögen – auch wenn dieses als Student noch überschaubar ist.

Viele Studierende sind noch über die elterliche Haftpflichtversicherung mitversichert, solange sie einen Hauptwohnsitz bei den Eltern haben und sich im Erststudium befinden. Das solltest du unbedingt prüfen, bevor du einen eigenen Vertrag abschließt. Ein kurzer Anruf bei der Versicherung der Eltern genügt.

Falls du nicht mehr mitversichert bist oder eigene Wege gehen möchtest: Eine Studenten-Haftpflichtversicherung kostet zwischen 40 und 80 Euro im Jahr – also weniger als ein Semesterbeitrag. Achte darauf, dass Schäden an gemieteten Sachen (Schlüsselverlust, Wohnungsschäden) sowie Auslandsaufenthalte eingeschlossen sind. Gerade wenn du ein Auslandssemester planst, ist das ein entscheidender Punkt.

Video: Ausbildung.de – 5 Tipps zum Berufsstart inkl. Versicherungen und Spartipps (14 Min.)

Berufsunfähigkeitsversicherung: Früh abschließen zahlt sich aus

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist kein Thema, das man mit dem Studium verbindet – und genau darin liegt ein häufiger Fehler. Wer jung und gesund ist, bekommt die BU zu sehr günstigen Konditionen. Wer wartet, bis die ersten gesundheitlichen Probleme auftreten, zahlt deutlich mehr oder wird gar abgelehnt.

Was die BU leistet: Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Staatliche Absicherung gibt es für Studierende kaum – wer kein Erwerbsminderungsrentenanspruch hat (und das haben die meisten Studierenden nicht), steht im Ernstfall ohne Einkommen da.

Ein BU-Einstieg während des Studiums kostet je nach Gesundheitszustand und gewählter Berufsgruppe zwischen 30 und 80 Euro pro Monat. Wichtig: Beim Abschluss unbedingt auf eine Nachversicherungsgarantie achten – damit du die Rentenhöhe später ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen kannst. Außerdem sollte die Vertragslaufzeit bis mindestens 67 Jahre gehen.

Wer das monatliche Budget für eine BU gerade nicht aufbringen kann, sollte zumindest eine Risikolebensversicherung auf dem Schirm haben – besonders wenn Angehörige finanziell abhängig sind. Diese ist deutlich günstiger, deckt aber nur den Todesfall ab.

Video: Versicherungen mit Kopf – Grundwissen Versicherungen kompakt erklärt (6 Min.)

Hausratversicherung: Sinnvoll, aber nicht für jeden

Die Hausratversicherung schützt dein Eigentum in der Wohnung gegen Einbruch, Feuer, Leitungswasser und ähnliche Schäden. Ob sie sich für Studierende lohnt, hängt maßgeblich davon ab, wie viel dein Hausrat tatsächlich wert ist.

Wer in einer möblierten WG wohnt und außer Laptop, Fahrrad und Kleidung kaum Eigentum besitzt, braucht keine eigene Hausratversicherung. Bei einem Gesamtwert unter 10.000 Euro ist der Beitrag oft nicht verhältnismäßig. Anders sieht es aus, wenn teure Musikinstrumente, hochwertiges Sportequipment oder ein guter Desktop-PC vorhanden sind.

Wer bereits über die Eltern hausratversichert ist, sollte prüfen, ob der eigene Studenten-Haushalt mitversichert ist. Viele Policen schließen einen ersten Studentenhaushalt bis zu einer bestimmten Wohnfläche ein – das lässt sich oft für wenige Euro im Jahr unkompliziert ergänzen.

Wichtiger Hinweis: Fahrräder sind in vielen Hausratversicherungen nur gegen Aufpreis und bei verschlossenem Abstellen abgesichert. Wer täglich mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte diesen Zusatzbaustein genau prüfen. Auch Diebstahl aus dem Keller oder aus abgeschlossenen Fahrradkellern ist nicht automatisch inbegriffen.

Versicherungsvergleich: Was Studenten tatsächlich zahlen

Um einen Überblick über die tatsächlichen Kosten zu bekommen, hilft ein direkter Vergleich der wichtigsten Versicherungsarten. Die folgende Tabelle zeigt ungefähre Jahreskosten für Studierende ohne Vorerkrankungen und mit einfachem Lebensumfeld:

Versicherung Kosten pro Jahr (ca.) Pflicht? Priorität
Krankenversicherung (GKV, Studierendentarif) 1.440–1.680 € Ja (gesetzlich) ⭐⭐⭐⭐⭐
Haftpflichtversicherung 40–80 € Nein (dringend empfohlen) ⭐⭐⭐⭐⭐
Berufsunfähigkeitsversicherung 360–960 € Nein ⭐⭐⭐⭐
Hausratversicherung 60–150 € Nein ⭐⭐⭐
Kfz-Versicherung (Haftpflicht) 500–1.500 € (Fahranfänger) Ja (bei eigenem Auto) ⭐⭐⭐⭐⭐
Auslandskrankenversicherung 10–50 € Nein (bei Reisen empfohlen) ⭐⭐⭐⭐
Rechtsschutzversicherung 150–300 € Nein ⭐⭐

Die GKV-Kosten gelten für Studierende, die sich selbst versichern müssen. Wer noch über die Eltern familienversichert ist, zahlt natürlich nichts – das verändert die monatliche Gesamtbelastung erheblich. Weitere Tipps zur Kostenoptimierung im Studienalltag findest du im Bereich Studentenrabatte.

Kfz-Versicherung für Fahranfänger: Teuer, aber lenkbar

Wer als Student ein eigenes Auto fährt, kommt an der Kfz-Haftpflicht nicht vorbei – sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Das Problem für Studierende: Fahranfänger zahlen wegen der fehlenden Schadenfreiheitsjahre deutlich höhere Beiträge als erfahrene Fahrer. Je nach Fahrzeugtyp, Region und Versicherungsanbieter können das schnell 800 bis 1.200 Euro im Jahr sein.

Es gibt jedoch legale Wege, die Kosten zu senken. Ein bewährtes Mittel ist das Eintragen als Zweitfahrer im elterlichen Vertrag – sogenanntes Fahrerfahrungs-Splitting. Dabei werden dem Kind die Schadenfreiheitsjahre der Eltern übertragen oder zumindest teilweise angerechnet. Das spart in vielen Fällen mehrere hundert Euro pro Jahr.

Weitere Möglichkeiten zur Beitragssenkung bei der Kfz-Versicherung:

  • Telematik-Tarife nutzen: Manche Versicherer bieten Apps an, die das Fahrverhalten messen. Wer defensiv fährt, bekommt Rabatt.
  • Fahrzeugklasse beachten: Kleine, ältere Fahrzeuge mit niedriger Typklasse sind deutlich günstiger zu versichern.
  • Jährliche statt monatliche Zahlweise wählen – das spart je nach Anbieter 5 bis 10 Prozent.
  • Kaskoversicherung kritisch prüfen: Bei älteren Fahrzeugen unter 5.000 Euro Wert lohnt sich eine Vollkasko selten.
  • Vergleichsportale nutzen, aber auch Direktversicherer prüfen – die tauchen in manchen Vergleichen nicht auf.

Video: FinanzNerd – Autoversicherung für Fahranfänger: Tipps für eine günstige Kfz-Versicherung (7 Min.)

Wer als Student kein eigenes Auto braucht und hauptsächlich in der Stadt lebt, spart die hohen Kfz-Kosten vollständig und kommt mit Semesterticket, Fahrrad und gelegentlichem Carsharing gut durch. Das ist auch unter dem Gesichtspunkt der BAföG-Grenzwerte interessant – weniger Fixkosten bedeuten mehr finanzieller Spielraum.

Versicherungen fürs Auslandssemester: Was du nicht vergessen darfst

Ein Auslandssemester bedeutet automatisch erhöhten Versicherungsbedarf. Die europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) deckt innerhalb der EU grundlegende Leistungen ab – aber nicht Rücktransporte, nicht alle Behandlungen und nicht außereuropäische Länder. Eine separate Auslandskrankenversicherung kostet für Studierende oft weniger als 50 Euro pro Jahr und schließt diese Lücken.

Darüber hinaus solltest du vor dem Auslandssemester folgende Versicherungsfragen klären:

  • Haftpflichtversicherung: Gilt dein bestehender Vertrag auch im Ausland? Weltweit oder nur Europa?
  • Hausratversicherung: Ist dein Heimathaushalt während der Abwesenheit weiter versichert?
  • Gepäckversicherung: Nur sinnvoll bei sehr teurem Equipment – für die meisten Studierende verzichtbar.
  • Unfallversicherung: In einigen Ländern (z.B. USA, Kanada) sind die Behandlungskosten ohne Zusatzschutz existenzbedrohend.

Wer ein Praktikum im Rahmen des Auslandssemesters absolviert, kann möglicherweise über den Arbeitgeber oder die entsendende Hochschule mitversichert sein. Das lohnt sich zu klären, bevor doppelt gezahlt wird. Alles Wichtige zur Vorbereitung findest du auch in unserem Artikel zum Auslandssemester.

Checkliste: Versicherungen im Studium richtig aufsetzen

Damit du keinen wichtigen Schritt vergisst, haben wir die wichtigsten Maßnahmen in einer Schritt-für-Schritt-Checkliste zusammengefasst. Diese eignet sich besonders zu Studiumsbeginn oder beim Umzug in eine eigene Wohnung:

  1. Krankenversicherung klären: Bin ich noch über die Eltern familienversichert? Bis wann gilt das? Beitragshöhe vergleichen.
  2. Haftpflichtversicherung prüfen: Bin ich über elterliche Police mitversichert? Falls nein: eigenen günstigen Vertrag abschließen.
  3. Auslandskrankenversicherung abschließen: Bei jeder Reise oder jedem Auslandssemester außerhalb der EU zwingend notwendig.
  4. Hausratversicherung einschätzen: Wert des Hausrats schätzen. Eigene Police oder Mitversicherung über Eltern prüfen.
  5. Berufsunfähigkeitsversicherung recherchieren: Angebote einholen, solange du jung und gesund bist. Kein Abschluss unter Druck – lieber drei Angebote vergleichen.
  6. Kfz-Versicherung optimieren: Falls eigenes Auto: Anbieter vergleichen, Telematik-Tarif prüfen, Eintrag als Zweitfahrer klären.
  7. Unnötige Versicherungen kündigen: Handyversicherungen, Reisegepäckversicherungen oder Brillenversicherungen bieten oft wenig Gegenwert.
  8. Verträge jährlich überprüfen: Lebenssituation ändert sich – zum Beispiel nach Studienabschluss, Berufseinstieg oder Umzug ins Ausland.

Gerade beim Berufseinstieg nach dem Studium ändern sich die Versicherungsbedürfnisse erheblich. Das Studierendenprivileg in der GKV endet, die BU-Rente sollte angepasst werden, und eventuell kommt eine Riester- oder Betriebsrente hinzu. Wer sich jetzt schon strukturiert mit dem Thema befasst, hat später weniger Aufwand. Mehr Orientierung über die finanzielle Seite des Studiums gibt es unter Studienfinanzierung.

Abschließend ein praktischer Hinweis: Viele Universitäten und Studentenwerke bieten kostenlose oder günstige Beratungsangebote zu Versicherungen an. Auch die Verbraucherzentralen in jedem Bundesland helfen unabhängig weiter – ohne Provisionsinteresse. Wer digitale Werkzeuge für seinen Studienalltag nutzen möchte, findet dazu auch Anregungen im Bereich KI im Studium.